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"Desiderya GmbH" will 72-Betten-Haus in der Nähe zum Krankenhaus schaffen / Heftige Diskussion im Ortsrat Rinteln

Bauloch am Behringweg: Soll hier ein Altenheim entstehen?

Rinteln (crs). Soll am Behringweg ein Alten- und Pflegeheim entstehen? Diese Frage hat im Ortsrat Rinteln für Zündstoff gesorgt. Während Gert Armin Neuhäuser (WGS) und Gerhard Helmhold (Grüne) den Standort als "völlig ungeeignet" kritisierten, votierte die Mehrheit von CDU, SPD und FDP für die Bebauungsplanänderung - mit dem Tenor: "Alles ist besser als der Status Quo."

veröffentlicht am 20.04.2007 um 00:00 Uhr

"Alles ist besser als der Status Quo", meint der Ortsrat Rinteln

In der Tat: Leicht zu vermarkten scheint die brachliegende Fläche zwischen dem Hochhaus am Behringweg und dem Baugebiet Pfennigsiek nicht zu sein. Bereits zum vierten Mal befasst sich der Ortsrat mit einer Änderung des Bebauungsplans "Hopfenberg". Die allererste Variante aus den siebziger Jahren hatte für diese Fläche noch eine Hochhausbebauung vorgesehen - hierfür fehlten irgendwann die Investoren. Anfang 2004 schien dann alles auf den Bau von sieben Doppelhaushälften hinauszulaufen - auch dieser Plan verlief im Sande. Jetzt also der neue Anlauf einer neuen Eigentümerin: Die "Desiderya GmbH" aus Rinteln möchte auf dem Grundstück ein Alten- und Pflegeheim bauen. Geplant ist eine Größenordnung von 60 Einzelzimmern und sechs Doppelzimmern, also 72 Betten. "Das Grundstück wurde durch die Gesellschaft bewusst gewählt", heißt es in der dem Antrag beigefügten Baubeschreibung der Hamelner Architekten Friedemann, Schmalisch und von Schilgen. Eine innenstadtnahe Standortwahl sei für eine solche Nutzung nicht erforderlich; die Mobilität der Bewohner sei meist derart eingeschränkt, dass ein selbstständiges Verlassen der Pflegeeinrichtung "äußerst zurückgefahren" sei. Und: "Der Investor spekuliert auf die Nähe zum Krankenhaus", verdeutlicht Erster Stadtrat Jörg Schröder. Die Standortplanung führte zu heftigen Diskussionen bei der Ortsratssitzung am Mittwochabend. "Ganz große Zweifel" hegte Gert Armin Neuhäuser, ob die Lage am Stadtrand, auf einem abschüssigen Gelände und ohne jegliche Infrastruktureinrichtungen in der Nähe für ein Seniorenwohnheim geeignet sei. Als "Debakel" kritisierte Neuhäuser diese Planung nicht ohne Sarkasmus: "Und der einzige Ausflug des Jahres geht ins Krankenhaus um die Ecke." Als "äußerst problematisch" bewertete Gerhard Helmhold (Grüne) die Pläne vor einem anderen Hintergrund: Der Investor plant eine günstige Realisierung, was sich "positiv in der späteren Kostensituation für die Bewohner auswirkt", so die Baubeschreibung. "Das wird eine Einrichtung von Sozialhilfeempfängern, auch von außerhalb", befürchtete Helmhold einen "Altentourismus" und mahnte eine Abstimmung mit dem Altenhilfeplan des Landkreises an. "Alles ist besser als der jetzige Zustand als offene Baugrube", hatte sich zuvor Kay Steding (CDU) aus städtebaulicher Sicht für die Pläne der Investoren stark gemacht. Und Günther Maack (CDU) vermittelte: "Ich halte das auch nicht für einen idealen Standort - aber was machen wir sonst mit dem Loch?" Gegen die Stimmen von Neuhäuser und Helmhold sprach sich der Ortsrat für die Bebauungsplanänderung aus.

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