weather-image
12°
Nachfrage bei energieeffizienten Häusern steigt / Firma Baukmeier baut Vertriebsnetz aus

Baukmeier will den englischen Markt erobern

Hameln (roh). Volle Auftragsbücher, ein wachsendes Vertriebsnetz, Neueinstellungen. Was für viele Mittelständler derzeit wie ein Traum klingt, ist bei dem Hamelner Fertighaushersteller „Meisterstück“, Otto Baukmeier Holzbau-Fertigbau GmbH & Co. KG Realität, wie Markus Baukmeier berichtet: „Wir haben in diesem Jahr vier neue Mitarbeiter eingestellt und einige Teilzeitverträge in Vollzeitverträge umgewandelt.“ Diese Maßnahme sei notwendig geworden, weil bereits im September das Umsatzniveau des Vorjahres erreicht worden sei, so der Geschäftsführer.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 15:10 Uhr

270_008_4181475_hm603_0710.jpg

Insgesamt sind derzeit 55 Menschen allein in der Hamelner Produktionsstätte beschäftigt, weitere 20 Mitarbeiter kümmern sich um den Vertrieb. Und auf die 10-prozentige Auszubildenden-Quote ist Baukmeier besonders stolz: „Wir bilden vorwiegend Zimmerer, aber auch technische Zeichner aus“, sagt er.

Damit setze sich der Trend für das Hamelner Unternehmen, das in den Jahren 2005 bis 2008 eine Verkaufsumsatzsteigerung von 25 Prozent generierte und dessen Schwerpunkt energieeffizientes Bauen ist, auch in 2009 fort. „Am Ende des Jahres rechnen wir mit einer Steigerung von 10 Prozent in diesem Jahr“, so Baukmeier.

Insgesamt sei der Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser seit 2005 zwar um 40 Prozent eingebrochen. Allerdings bringe das auch positive Effekte mit sich, denn: „Die rückläufige Nachfrage in den letzten Jahren hat zu einer Marktbereinigung geführt, von der wir und andere sich spezialisierende Unternehmen profitieren.“ Im Gegensatz zu früher seien die Kunden heute bereits bestens informiert und kämen mit dezidierten Vorstellungen in die Vorgespräche. Und bei diesen Gesprächen zeige sich immer wieder, dass ökologische Aspekte mit an erster Stelle der Prioritätenliste der künftigen Bauherren stehen.

Vorteil am Markt: Bau-Puzzle mit Energiespareffekt.
  • Vorteil am Markt: Bau-Puzzle mit Energiespareffekt.

Zinsen sind günstig – das hilft der Baubranche

Einen weiteren Faktor für die starke Nachfrage macht Markus Baukmeier bei den Kreditzinsen aus. Er betont: „Geld ist im Moment sehr billig, die Zinsen sehr niedrig. Zudem höre ich auch immer wieder, dass Banken einen Neubau komplett finanzieren, was vor Jahren ohne Eigenkapital, und wenn es nur die Eigenheimzulage war, nicht möglich war.“ Rund 70 Häuser baut das Unternehmen jährlich. Hinzu kommen etwa 30 weitere Projekte pro Jahr, wie Zimmereiaufträge oder Gewerbebauten. „In Hürth und Porta Westfalica haben wir Schulen gebaut. Unser Konzept des energieeffizienten Bauens trifft mittlerweile genau die Vorgaben, die beispielsweise Kommunen machen“, sagt der Geschäftsführer. Die Kosten für ein „Meisterstück“-Haus sind mit denen des konventionellen Bauens vergleichbar. „In der Regel bauen wir Ein- bis Zweifamilienhäuser in einer Größenordnung von 150 000 bis 300 000 Euro, das hängt ganz von der Region und den Wünschen des Kunden ab.“ So seien die Grundstückspreise in Süddeutschland höher als im Weserbergland. „Etwa 40 Prozent unserer Häuser bauen wir in den Regionen Stuttgart, Mannheim,, Frankfurt, etwa 20 Prozent hier in unserer Region und den Rest in ganz Deutschland, aber auch einige im Ausland. Wir sind gerade dabei, in England unser Vertriebsnetz auszubauen“, erklärt Baukmeier.

Markenzeichen seiner Firma sei es, so begründet der Geschäftsführer einen Teil des Erfolges des Unternehmens, dass auf Kundenwünsche bis ins kleinste Detail eingegangen werde. Natürlich müsse man dem ein oder anderen Kunden den einen oder anderen sprichwörtlichen Zahn bereits während des ersten Gespräches ziehen, aber grundsätzlich gelte die Devise „Geht nicht, gibt’s nicht.“

„Drei Parameter sind beim Neubau zu berücksichtigen, die rechtlichen Vorgaben, die eigenen Wünsche und was ist überhaupt finanzierbar“, zählt Baukmeier auf und fügt hinzu: „Sehr häufig passen aber die Wünsche nicht zu dem, was rechtlich machbar ist, unabhängig davon, ob der Wunsch finanzierbar wäre.“ So gelte es immer, einen Kompromiss zu finden, der den Kunden zufriedenstelle.

Die Finanzkrise habe dazu geführt, dass zunehmend wieder in Sachwerte investiert werde. „Die Immobilie als Altersvorsorge ist wieder ein Thema“, meint Markus Baukmeier und erzählt, dass viele Bauherren die hohen Energiekosten – gemeinhin als die zweite Miete bezeichnet – reduzieren wollen, und deswegen gebe es trotz vieler leerstehender Altimmobilien eine große Nachfrage nach energieeffizienten Häusern.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare