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Bauausschuss dagegen: Nicht genügend Abstand zum Waldrand / Aufstellungsbeschluss vertagt

Baugebiet "Kirschenallee" bleibt umstritten

Rinteln (clb). Kontrovers diskutiert haben die Mitglieder des Ausschusses für Bau und Stadtentwicklung in der jüngsten Sitzung am Mittwochabend im großen Sitzungssaal des Rathauses das geplante Baugebiet an der Kirschenallee.

veröffentlicht am 19.10.2007 um 00:00 Uhr

Die im vorlegten Entwurf dargestellten 150 Meter Abstand zum Waldrand, die eingehalten werden müssen, wurden von den Mitgliedern in Frage gestellt, so dass am Ende der Sitzung der Tagesordnungspunkt einstimmig abgesetzt wurde. In der nächsten Sitzung am 7. November soll das Thema wieder aufgegriffen werden. Eindeutig gegen das Baugebiet sprach sich Nina Weißer (Grüne) aus wie schon ihr Parteikollege Gerhard Helmhold es im Ortsrat getan hatte, wo das Thema in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung gestanden hatte. Nina Weißer verwies wie schon Helmhold auf die insgesamt 142 Baulücken in Rinteln und den Ortsteilen, auf den Wohnungsleerstand und die demographische Entwicklung in der Weserstadt: "Wir sollten uns keine Illusion machen. Die Bevölkerung wird nicht so steigen, dass wir die Leerstände füllen können". Sie sei nicht grundsätzlich gegen neue Bebauungsflächen, aber man sollte bedenken, dass es bereits genügend Baugebiete gebe, die auch noch nicht voll gelaufen seien. Als Beispiele nannte Nina Weißer den "Nördlichen Maasberg" in Uchtdorf sowie die Extener Landmark. So sah es auch Antje Rinne (WGS). Wie ihr Kollege Gert Armin Neuhäuser im Ortsrat sprach sie von einem "unerträglichen Flächenverbrauch", der zu vermeiden sei. Mit jedem neuen Baugebiet, das in die Fläche gehe, werde eine neue Infrastruktur geschaffen mit Straßen, Entwässerungsgräben und Kanalleitungen, die letztlich von allen Bürgern unterhalten werden müsse - nicht vom Investor. Und das seien, so Antje Rinne, in Zukunft 20 Prozent Rintelner weniger als heute. "Arge Bauchschmerzen" bei der Betrachtung dieses Baugebietes, das sich in Hanglage und zu nah am Waldrand befinde, verspürte auch Dieter Horn (SPD): "Unser Bestreben war eigentlich immer, die Waldrandbebauung zu vermeiden!" Er selbst könne das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, so Horn, erklärte sich aber zu einem Kompromiss bereit, wenn die Baufläche verkleinert werde. Eindeutig für die Bebauung - vorausgesetzt die Rahmenbedingungen würden stimmen - sprach sich Klaus Wißmann (SPD) aus. "Das Argument des Leerstandes lasse ich nicht gelten. Wer an die Kirschenallee ziehen will, geht ja nicht in die Bäckerstraße!" Argumente, die für die CDU Günther Maack in der Ortsratsitzung vergangener Woche zum selben Thema vorgebracht hatte: Rinteln stehe in Konkurrenz zu anderen Städten, die Leute wollten nicht in Mietshäuser ziehen, auch nicht in sanierte Altbauten, sondern wollten im Grünen selber bauen. Er finde deshalb den "pädagogischen Eifer" der WGS wie der Grünen in dieser Sache "befremdlich." Einstimmig beschlossen wurden während der Bauausschusssitzung jedoch die Änderungen der Flächennutzungspläne "Steinanger" sowie "Parkplatz Friedrichstraße". Das bedeutet, dass ein Teilbereich des Steinangers, ursprünglich als Wohnbaufläche gedacht, künftig für Spiel- und Sportanlagen genutzt werden soll. Der an der Friedrichstraße gelegene Parkplatz der Firma Stüken, bislang Grünfläche, soll um etwa 46 Stellplätze erweitert werden.



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