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Finanzausschuss vom ersten Jahr als Regiebetrieb positivüberrascht / Stadt entscheidender Auftraggeber

Baubetriebshof macht nur 5000 Euro Defizit

Obernkirchen (sig). Wer Angebote abgibt, Aufträge entgegen nimmt und dazu nach Abschluss der Arbeiten Rechnungen schreibt, der macht sich wirtschaftlich messbar. Genau dieses Ziel verfolgte der Rat der Stadt, als er sich dafür entschied, den eigenen Bauhof als Regiebetrieb zu führen. Jetzt liegen die Ergebnisse des ersten Jahres vor. Das Defizit von 5000 Euro lässt nur einen Schluss zu: Das Vorhaben ist gelungen!

veröffentlicht am 10.05.2007 um 00:00 Uhr

Weil die hochwüchsigen Pflanzen den Blick auf die Skulptur verde

Stadtkämmerer Wolfgang Seele stellte das Betriebsergebnis des Startjahres in der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Organisation und Personal vor, die er in Zusammenarbeit mit Bauhofleiter Karl Harting erarbeitet hatte. Natürlich hat der Reformprozess, durch den die Wirtschaftlichkeit des städtischen Betriebes sichtbar gemacht werden sollte, nicht erst im Vorjahr begonnen. Schon 1997 erfolgten die ersten Schritte. Unter anderem wurde das Auftragswesen eingeführt. Dadurch gewann man die nötige Übersicht über diein Auftrag gegebenen Arbeiten. Kennzahlen machen zusätzliche Vergleiche möglich. Mit Hilfe des vom Rat verabschiedeten Haushaltsbuches können heute die Produktverantwortlichen der drei Fachbereiche der Verwaltung nach vorgegebenen Budgetansätzen und Prioritäten notwendige Projekte in Gang bringen. Neben der Verwaltung haben sowohl der Finanzausschuss als auch der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die Möglichkeit, die Entwicklung zu kontrollieren. Dazu sollen Zwischenberichte dienen und nicht nur der jeweilige Jahresabschluss. Der Stadtkämmerer machte in seinem Rückblick deutlich, dass der Bauhof von 1994 bis heute auch ohne betriebsbedingte Kündigungen sechs Stellen abgebaut hat. Die derzeitige Zahl von 11 Mitarbeitern (plus zwei für den Friedhof) entspricht - zumindest statistisch - der Größenordnung einer Stadt mit 9900 Einwohnern. Für den ersten Wirtschaftsplan mussten zunächst einmal alle Vermögenswerte erfasst werden. Bei dieser Aufgabe haben die Kollegen des Hessisch Oldendorfer Bauhofes Unterstützung geleistet - Beweis für eine funktionierende interkommunale Zusammenarbeit. Die insgesamt produktiv geleisteten 20 800 Stunden bedeuteten einen Umsatz von 764 400 Euro. Dazu kamen noch 161 450 Euro für den Einsatz von Maschinen. Der Gesamtumsatz erreichte damit die Höhe von 933 950 Euro. Der damit erzielte Erlös lag bei 807 982 Euro. Nachdem die Aufwendungen dagegen gerechnet wurden, blieb ein Minus von 5000 Euro. Die sich an die Ausführungen des Stadtkämmerers anschließende Diskussion zeigte, dass der Bauhof seine Aufwendungen fast ausschließlich aus den Aufträgen erwirtschaftet, die von der Stadt vergeben werden. An berechneten Leistungen für fremde Auftraggeber entfielen nur 280 Stunden. Ratsvorsitzender Horst Sassenberg sprach die Hoffnung aus, dass dieses Volumen im Laufe der Zeit ausgebaut werden könne. Bürgermeister Oliver Schäfer: "Wir wollen natürlich auch in diesem Bereich durch wirtschaftliches Arbeiten mehr Effizienz erreichen, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass die Stadt für die Daseinsvorsorge zuständig ist." Thomas Stübke von der Fraktionsgemeinschaft "Die Grünen/WIR" wies noch einmal auf die Notwendigkeit eines gründlichen Controllings hin. Man möchte zum Beispiel wissen, wie viel Aufwand für das Beachballturnier und für das Internationale Bildhauer-Symposion betrieben werde. Martin Schulze-Elvert (CDU/WGO) bezeichnete den Start als gelungen. Es sei wichtig, dass man jetzt über kaufmännisch verwertbare Zahlen verfüge. An einem Problem aber lässt sich zurzeit noch nichts ändern: Der Altersdurchschnitt der Bauhofmitarbeiter liegt bei 49 Jahren. Mit zunehmendem Alter ist hier sicherlich mit längeren Ausfallzeiten zu rechnen. Das verbessert nicht gerade die Wirtschaftlichkeit des kommunalen Unternehmens.



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