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Ex-Innenminister holt Wahlkreis Schaumburg, obwohl CDU stärkste Partei bleibt / Runkel wahrscheinlich nicht im Landtag

Bartling stärker als der Trend: Knapper Sieg über Runkel

Landkreis (wer). SPD-Kreisvorsitzender Karsten Becker spricht von einem "Hoffnungsschimmer am schwarzen Horizont", auch Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier ist überrascht: Der Wahlsieger in Schaumburg heißt Heiner Bartling. Der SPD-Kandidat hat einen rechnerischen Rückstand von sieben Prozentpunkten zur letzten Landtagswahl nicht nur aufgeholt, sondern das Duell gegen Joachim Runkel knapp mit 1,5 Prozentpunkten gewonnen. Bartling kommt auf 42,67, Runkel auf 41,12 Prozent. Ein Vorsprung von 745 Stimmen.

veröffentlicht am 28.01.2008 um 00:00 Uhr

Wahlsieger Heiner Bartling bei der Stimmabgabe in Steinbergen.

Für den CDU-Kandidaten eine bittere Pille: Weil die CDU landesweit genügend Direktmandate geholt hat, kommt sein 16. Listenplatz aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zum Zuge. Runkel verpasst den erneuten Einzug in den Landtag. Gegenüber 2003 (rechnerisch: 48,42 Prozent) hat Runkel 7,3 Prozentpunkte verloren. Im alten Wahlkreis Schaumburg hatte der CDU-Kandidat reale 48,77 Prozent geholt und Bartling geschlagen, der bei 41,80 Prozent landete. Rechnerisch ging Bartling im neuen Wahlkreis von einem Vergleichsergebnis von 41,41 Prozent aus. Trotz des negativen Landestrends hat er 1,26 Prozentpunkte gegenüber 2003 zugelegt. Für Schaumburg insgesamt ist der Sieg Bartlings nicht unbedingt von Vorteil, denn der Steinberger wäre auch über die Landesliste in den Landtag eingezogen. Statt durch die möglichen drei wird der Wahlkreis jetzt nur durch zwei Abgeordnete vertreten. Die zweite Mandatsträgerin ist Ursula Helmhold (Grüne), die als Landes-Spitzenkandidatin ihrer Partei in das Parlament einzieht. In Schaumburg holt sie mit 6,57 Prozent das drittstärkste Erststimmen-Ergebnis und verbessert sich um 1,42 Prozentpunkte. Einen Achtungserfolg erringt Marion Holz als Kandidatin der Links-Partei: Sie kommt aus dem Stand auf 5,69 Prozent. Holz hat den Einzug in den Landtag relativ knapp verpasst: Die Landesliste zieht bis Platz 11, die Bückeburgerin steht auf Platz 13. Noch hinter ihr bleibt FDP-Kandidat Paul-Egon Mense zurück, der nur 3,92 Prozent für sich verbucht (rechnerisch 2003: 4,08 Prozent). Das Erstaunliche: Bartling gewinnt den Wahlkreis Schaumburg, obwohl die SPD bei den Zweitstimmen auch diesmal hinter der CDU zurückbleibt und erneut Stimmen verliert, wenn auch etwas weniger als im Landestrend. Die CDU holt 39,94 Prozent (ein überdurchschnittliches Minus von 5,34 Prozentpunkten), die SPD kommt auf 35,78 Prozent (ein Minus von 1,17 Prozentpunkten). Während Grüne und FDP mit 7,15 und 7,37 Prozent nahezu unverändert bleiben, überwindet die Linkspartei auch in Schaumburg die imaginäre 5-Prozent-Hürde und kommt auf 6,24 Prozent.

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