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SPD stellt Kandidaten für Landtag auf

Bartling lässt Sewald weit hinter sich

Hameln-Pyrmont (joa). Im Baxman-Zentrum in Hessisch Oldendorf ist gestern Abend die Entscheidung gefallen: Heiner Bartling wird bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 SPD-Kandidat im Wahlkreis 38 für Hameln und Rinteln sein. Diese Entscheidung haben die 95 Delegierten – davon 47 aus Hameln, 24 aus Hessisch Oldendorf und 24 aus Rinteln (der 25. war nicht erschienen) mit einem Stimmverhältnis von 62 zu 30 für Bartling gefällt. Eine Stimme war in diesem Wahlgang ungültig, es gab zwei Enthaltungen.

veröffentlicht am 17.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.11.2012 um 15:58 Uhr

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Diesem Votum der Wahlkreisdelegiertenkonferenz war seit Januar des Jahres innerhalb des Wahlkreises – er umfasst die Städte Hameln, Hessisch Oldendorf und Rinteln – innerhalb der SPD ein erbittertes Kandidaten-Duell vorausgegangen: Bereits Ende November vorigen Jahres hatten die Stadtverbände Rinteln und Hessisch Oldendorf Ex-Innenminister Heiner Bartling aus Steinbergen als ihren Landtagskandidaten für den Wahlkreis 38 auf den Schild gehoben. Der 65-Jährige – bislang von seiner Partei im Wahlkreis 37 (Schaumburg) aufgestellt – ist seit 1986 im Landesparlament. Neben seinem Bekanntheitsgrad erhoffen sich die Stadtverbände Rinteln und Hessisch Oldendorf bei ihrer Kandidaten-Entscheidung für Bartling, dass der Steinberger bei einem möglichen Regierungswechsel in Hannover erneut Chancen auf ein Ministeramt haben könnte.

Der SPD-Ortsverein Hameln indes hatte auf den Welliehäuser Thomas Sewald gesetzt. Der 50-Jährige – in Rinteln übrigens seit 2004 als technischer Leiter der Stadtwerke bekannt – ist Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des SPD-Ortsvereins Hameln und stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hameln-Pyrmont. In Hameln hatte man sich mit 63 Prozent der Stimmen im Ortsverein für Sewald starkgemacht, da man mit einem unverbrauchten Gesicht in den Wahlkampf gehen und einen Wahlkreis-Protagonisten auch über eine Wahlperiode hinaus aufbauen wollte.

Bei der Wahlkreiskonferenz im Baxmann-Zentrum in Hessisch Oldendorf hatten sich Bartling und Sewald vor dem Wahlgang noch einmal in kurzen Statements zur Wahl empfohlen. Während Bartling als Hauptargument für seine Kandidatur angab, in seinem Wahlkreis „nicht länger von einem Christdemokraten vertreten sein“ zu wollen, versprach Sewald, dem Gemeinwohl wieder mehr Bedeutung verschaffen zu wollen. Hierbei dürfte Bartling überzeugender aufgetreten sein; wie sonst ist es zu erklären, dass Sewald mit seinen 30 Stimmen nicht einmal alle Voten der 47 angetretenen Delegierten aus Hameln bekommen hat?

Bei den letzten Landtagswahlen hatte die SPD den Wahlkreis 38 übrigens an die CDU verloren: Deren Kandidat Otto Deppmeyer gewann vor vier Jahren den Wahlkreis mit 40,5 Prozent direkt. Für Volker Brockmann, den bisherigen SPD-Landtagsabgeordneten aus diesem Wahlkreis, reichten die 37,4 Prozent der Stimmen damals für einen Wiedereinzug ins hannoversche Landesparlament nicht mehr aus.

Einigkeit bis auf eine Gegenstimme herrschte indes bei den 87 Delegierten für den Wahlkreis 36 (Bad Pyrmont): Hier steht Ulrich Watermann erneut als Bewerber zur Verfügung. Als Landtagsabgeordneter vertritt er derzeit Aerzen, Bad Münder, Bad Pyrmont, Coppenbrügge, Emmerthal und Salzhemmendorf in Hannover. Für den 55-jährigen Pyrmonter, der 1998 erstmals ins Landesparlament einzog, stimmten 80 der 82 anwesenden Delegierten. Bei dieser Wahl gab es eine Enthaltung und keinen Gegenkandidaten.

Vor den Kandidaten-Wahlen hatte der SPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Stephan Weil die Delegierten im Baxman-Zentrum auf einen Regierungsumschwung auf Landesebene im kommenden Jahr eingestimmt. In seinem Referat unter dem Motto „Entschieden. Für Niedersachsen“ war der SPD-Aspirant auf den Posten des niedersächsischen Ministerpräsidenten mit dem politischen Gegner auf Bundes- wie auf Landesebene hart ins Gericht gegangen: Während er meinte, „das schwarz-gelbe Intermezzo im Bundestag“ gehe seinem Ende entgegen, sah er die Landesregierung in Hannover „über die Wulff-Affäre ins Taumeln gekommen“: Die CDU-Strategie sei daher derzeit „Täuschen, Tarnen, Totschweigen“, so Weil: „Die derzeitige Landesregierung treibt Schindluder mit den Rechten des Parlaments“, wetterte der Spitzenkandidat. Und deshalb sein Fazit: „Wir wollen nicht nur gewinnen. Wir werden auch gewinnen.“

Gewinner und Verlierer: Heiner Bartling (links) nimmt die Glückwünsche von Thomas Sewald entgegen.

Foto: tol



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