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Klinik-Ärzte beenden Arbeitskampf / Landrat rechnet mit 1,4 Millionen Euro Mehrkosten durch Abschlüsse und Reform

Bartels: "Wir sind diejenigen, die die Leistung bringen"

Landkreis (gus). Mit dem Tarifabschluss zwischen dem Verband Kommunaler Arbeitgeber (VKA) und derÄrztegewerkschaft Marburger Bund hat auch der Arbeitskampf am Klinikum Schaumburg geendet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier auf den Tarifabschluss.

veröffentlicht am 19.08.2006 um 00:00 Uhr

"Die Einigung ist im Interesse der Patienten zu begrüßen. Aber wir müssen jetzt Geld ausgeben, das wir nicht haben", erklärt der Verwaltungschef. Dieser rechnet mit 1,4 Millionen Euro Mehrkosten durch die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst und die Gesundheitsreform. 600 000 Euro müsse der Landkreis mehr an Ärztegehältern aufbringen. 400 000 Euro kostet die Kommune der ver.di-Abschluss aus dem Frühjahr. Weitere 400 000 Euro an Mindereinnahmen erwartet Schöttelndreier aus den Neuerungen der Gesundheitsreform. Eine Kompensationsmöglichkeit liege in der im Abschluss festgelegten Erhöhung der Regelarbeitszeit der Ärzte von 38,5 auf 40 Stunden. "Dadurch werden Stellenanteile frei. Das reicht aber bei weitem nicht aus", meint der Landrat. Henning Bartels, stellvertretender Sprecher derÄrzteschaft am Klinikum Schaumburg, zeigt sich weitgehend zufrieden mit dem Tarifabschluss. "Alle Details kennen wir noch gar nicht", erklärt der Mediziner. Dieser hebt hervor, dass "endlich ein ärztespezifischer Abschluss" zustande gekommen ist. Das sei mit ver.di nicht möglich gewesen. Damit meint Bartels, dass die Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt des Tarifabschlusses stehen. Die Begrenzung der regulären Arbeitszeit auf zwölf Stunden am Tag und 18 Stunden bei Bereitschaftsdiensten ist für Bartels das Kernstück des Verhandlungsergebnisses. Die Anhebung der Regelarbeitszeit auf 40 Stunden stört den Ärztesprecher nur bedingt. "Die Gehaltserhöhung wird dadurch relativiert, weil ja auch 1,5 Stunden mehr gearbeitet werden muss." Die Sorge des Verbandes Kommunaler Arbeitgeber, dass kein Geld für die Mehrausgaben vorhanden ist, sieht der Ärztesprecher gelassen. Der Druck müsse nach oben an den Bund weitergegeben werden, nicht nach unten. Bartels: "Wir sind diejenigen, die die Leistung bringen."

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