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Unternehmen stellt Antrag bei Bergbehörde / Fördervolumen reicht für zehn bis 15 Jahre

"Barbara" möchte Abbaugebiet erweitern

Nammen (MT/dh/rc). Die Barbara Erzbergbau GmbH hat den Abbau einer vier Hektar großen Fläche im Tagebau Wülpker Egge beantragt. Dort liegen 2,2 Millionen Tonnen verwertbarer Rohstoffe für Straßenbau und Betonindustrie. "Der Abbau dauert zehn bis 15 Jahre", teilte Barbara-Geschäftsführer Jürgen Müller mit. Die erhoffte Genehmigung für die Gewinnung der Steinvorkommen sei für den Betrieb "überlebenswichtig".

veröffentlicht am 16.11.2007 um 00:00 Uhr

Der so genannte Vorberg (Bildmitte) wird dem geplanten Gesteinsa

Müller und sein Geschäftsführer-Kollege Olaf Lüppes beschreiben den Gesteinsabbau als eine "Tieferlegung des Steinbruchs" um bis zu 40 Meter. In diesem Abschnitt sei bereits in den 1960er Jahren eisenerzhaltiger Kalkstein gefördert worden. Technischer Fortschritt, zum Beispiel bei den Sortierverfahren, ermögliche nun den Abbau tiefer liegender Schichten. Verschwinden wird dabei auch ein bewachsener Hügel, "womit sich die Sichtachse von Bückeburg aus öffnet", wie Müller sagte. Die südliche Steinbruchwand wird somit künftig noch deutlicher zu sehen sein. Müller und Lüppes gehen davon aus, dass die Bergverwaltung Kamen im Laufe des kommenden Jahres grünes Licht gibt. "Es handelt sich um einen vergleichsweise geringen Eingriff, es ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig und der Bereich gehört bereits zu unserer Betriebsfläche." Die neu beantragte Abbaufläche befindet sich gegenüber der Ende 2000 abgerutschten Böschung. Die Folgen davon hatte die Barbara in den vergangenen Jahren abzuarbeiten, 2008 dürfte die Sanierung abgeschlossen sein. Dann hat das Unternehmen ungefähr 280 000 Kubikmeter an Boden und Gestein abgetragen. Drei Viertel davon konnte die Barbara als Kalkstein verwerten, der Rest von 70 000 Tonnen wird zur Rekultivierung des Steinbruchs wieder eingebaut. Aufgrund der neuen Abbaupläne an der Wülpker Egge verändert sich der Rekultivierungsplan. "Allerdings nur ein wenig", wie Müller versichert. "Zu 90 Prozent bleibt alles beim Alten." Im Übrigen seien auch für die neu beantragte Fläche Ausgleichsanpflanzungen nötig. "Wir bekommen eine positive Waldbilanz." Soll heißen: Es wird mehr aufgeforstet, als durch den beantragten Abbau an Bäumen verschwindet. Allerdings halten mehrere Politiker das bisherige Engagement der Barbara in Sachen Rekultivierung für mangelhaft. So haben insbesondere die Portaner SPD und Bündnisgrünen in der Sitzung des Fachausschusses Kritik daran geäußert. In einer Pressemitteilung der SPD steht: "In den Bereichen der Wülpker Egge West, der Wülpker Egge Ost und des Kleinenbremer Heinebergs werden immer neue, geänderte Rekultivierungspläne vorgelegt, ohne dass ein den Zeitvorgaben entsprechender Abschluss der Arbeiten vom Betreiber des Steinbruchs umgesetzt wird." Inzwischen bestehe ein Rekultivierungsstau an Aufforstungsflächen von mehr als 18 Hektar, beklagt die SPD. Nach wie vor werde der Eingriff in das Landschaftsbild bei den Ausgleichsmaßnahmen nicht angemessen berücksichtigt. Dagegen behauptet die Barbara, dass das Unternehmen für Ausgleich und Rekultivierung bereits viel geleistet habe. Manches gerate jedoch offenbar aus dem Blick, auch, weil es andernorts geschehe. "Ich erinnere nur an die Aufforstung einer 2,7 Hektar großen Fläche in Möllbergen", sagt Müller. "Das ist keine Kleinigkeit." Noch weiteres in Sachen "Barbara" und unterirdischem Gesteinsabbau in der Grube "Bergmannsglück" in Kleinenbremen: Dort wird am kommenden Dienstag, 20. November, gegen 9 Uhr eine Probesprengung vorgenommen. Damit wollen das Unternehmen Dyna-Energetics - künftiger Pächter der Barbara Erzbergbau GmbH - sowie die beteiligten Behörden überprüfen, ob Grenzwerte überschritten werden und die Bürger übermäßig von Schallwellen und Erschütterungen betroffen sind. Mit den Sprengungen von bis zu einer Tonne Sprengstoff will das Unternehmen Metalle zu Verbundwerkstoffen zusammenfügen.



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