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Vögel beschädigen Oberleitung

Bahnverkehr rund um Hannover lahmgelegt

HANNOVER. Bahnreisende rund um Hannover sind am Wochenende auf eine harte Probe gestellt worden: Gleich zweimal kam der Schienenverkehr wegen Schäden an einer Oberleitung für mehrere Stunden weitgehend zum Erliegen. Von den dadurch ausgelösten Verspätungen und Zugausfällen war der gesamte Norden betroffen.

veröffentlicht am 09.04.2017 um 21:15 Uhr

Mitarbeiter der Bahn reparieren die Oberleitung im Hauptbahnhof Hannover. Wegen wiederholter Beschädigungen durch Vögel kam es zu Ausfällen und Umleitungen im Personenverkehr. Foto: dpa

Autor:

Manuel Behrens
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Gestern gab es gegen 7.20 Uhr im Hauptbahnhof Hannover einen Kurzschluss, den offenbar ein Vogel auf der Stromleitung ausgelöst hatte. Die Oberleitung habe herabgehangen, der Strom sei abgeschaltet worden, erklärt ein Bahnsprecher. Züge im Fern- Regional- und S-Bahn-Verkehr mussten umgeleitet werden, einige Verbindungen fielen ganz aus. Ausgerechnet am Vormittag wollten viele Menschen zum Hannover-Marathon anreisen. Wegen der Straßensperrungen für die sportliche Großveranstaltung konnte die Bahn keinen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten.

Allein gestern waren nach Auskunft der Bahn Zehntausende Reisende in 323 Zügen von der Störung betroffen, die Hälfte davon im Fernverkehr. Züge, die aus Richtung Norden und Süden kamen, wurden über Lehrte geleitet. Dort war es entsprechend voll: Die S-Bahnen konnten dort laut Betroffenen teilweise nicht einfahren, weil die Gleise besetzt waren; die ICEs wiederum sind zu lang für die Bahnsteige dieser Stadt.

Bereits am Freitag gegen 19.15 Uhr hatte ebenfalls ein Vogel auf einer Oberleitung einen Kurzschluss verursacht. Es habe geknallt und es seien Funken geflogen, sagte ein Sprecher der Bahn. Daraufhin sei der Strom abgestellt worden. Zunächst waren vier Gleise betroffen. Erst zwei Stunden nach Mitternacht lief der Bahnverkehr wieder reibungslos. Nach Auskunft von Detlef Lenger, Sprecher der Bundespolizei, können Vögel einen Kurzschluss auslösen, wenn sie zu dicht an den Isolatoren sitzen und dann ihre Flügel ausschlagen. „Dann gibt es einen Stromschlag von 15 000 Volt.“

Solche Zwischenfälle haben an Verkehrsknotenpunkten wie in Hannover immer große Auswirkungen, weiß Gerd Aschoff vom Fahrgastverband Pro Bahn. Erst gegen 15.30 Uhr fuhren die Züge gestern wieder fahrplanmäßig, nachdem Arbeiter mit einem Reparaturfahrzeug den beschädigten Oberleitungsabschnitt ausgetauscht hatten.

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