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Adolf Neitsch blickt auf 39 Jahre als Bürgermeister zurück / 150 bis 200 neue Wohnhäuser

Bahnübergänge weg, Schulzentrum her

Helpsen (gus). Die Gemeinde Helpsen bekommt morgen, Sonntag, offiziell einen neuen Bürgermeister. Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte der Kommune heißt deren oberster Repräsentant nicht mehr Adolf Neitsch. Manfred Kesselring tritt in dessen Fußstapfen.

veröffentlicht am 02.05.2011 um 00:00 Uhr

Der Krippen-Neubau ist eines der neusten Projekte der Neitsch-Ära.

Diese Fußstapfen sind groß. Seit die Gemeinde Helpsen 1974 gegründet wurde, hieß der Bürgermeister Neitsch. Zwei Jahre zuvor hatte dieser das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Südhorsten übernommen. 39 Jahre lang war er „Chef“. In diesen fast vier Jahrzehnten haben sich Dinge von epochaler Bedeutung für Helpsen, Südhorsten und Kirchhorsten ereignet, an denen Neitsch großen Anteil hatte.

Als die wichtigsten Errungenschaften stuft der scheidende Bürgermeister die Aufhebung der ebenerdigen Bahnübergänge in der Gemeinde ein. An der Riepacker Straße und der Kirchhorster Bahnhofstraße mussten Autofahrer bis in die neunziger Jahre hinein an Schranken halten. 1996 wurde zunächst die Unterführung gebaut, ein Jahr später die Überführung.

Außerdem bekam Helpsen den Zuschlag für einen Tunnel, in dem Radfahrer und Fußgänger die Bahn unterqueren können. Damit verbunden war der Bau eines Radwegs von Südhorsten nach Kirchhorsten. Neitsch war für seine Gemeinde damals Gold wert – schließlich saß er wegen seiner Funktion als Mitglied der DB-Arbeitsgruppe „Aufhebung von Bahnübergängen“ an der bestmöglichen Stelle.

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Die Bahnunterführung wurde 1996 gebaut. Fotos: gus

Platz zwei bei den richtungsweisenden Ereignissen nimmt der Bau des Schulzentrums Helpsen Mitte der Siebziger ein. Niedernwöhren und der Bergkrug konkurrierten seinerzeit um den Standort. „Es war entscheidend, dass wir die Voraussetzungen als Erster erfüllt hatten“, erinnert sich Neitsch, der daran als Vorsitzender des Schulzweckverbands intensiv mitarbeitete.

Neitsch verweist auf Heinz Kitzing, Geschäftsführer des Verbandes, als wichtigen Wegbereiter. Dieses Duo hatte auch wegen guter Kontakte zum Landkreis am Ende die Hausaufgaben so gut erledigt, dass der Zuschlag an Helpsen ging. Mehr als 30 000 Quadratmeter Fläche hatte die Gemeinde gekauft, der Landkreis zahlte diese später ab. „Das war ein großer Erfolg mit Auswirkungen bis heute“, so Neitsch.

Neun Bebauungspläne sind seit 1974 aufgestellt worden. Neitsch schätzt die Zahl der in seiner Amtszeit entstandenen Wohnhäuser auf mindestens 150, wahrscheinlich seien es sogar 200. Demgegenüber steht nur ein Gewerbegebiet, dessen schleppende Vermarktung der 70-Jährige als einziges fehlgeschlagenes Projekt ansieht.

Und vielleicht würde er heute nicht mehr für den Ausbau des Sportparks Südhorsten stimmen. Die in den Achtzigern begonnene schrittweise Sanierung habe letztlich nicht zu einer florierenden Gaststätte geführt. Aber damals sei der Ausbau von den Vereinen gewünscht worden.

Aus dem Spielkreis der Bergkrug-Gemeinden hat sich der Kindergarten Bergkrug mit Krippengruppe entwickelt. Der Krippenneubau ist das jüngste Projekt in Sachen Kinderbetreuung. Radwege an der K 18 und K 19, Tennisplätze, Gehle-Brücken, sechs Regenrückhaltebecken – Helpsen hat in der Ära Neitsch vieles geschaffen. Und eine hohe Rücklage gebildet.

„Wir haben eben kein Schwimmbad gebaut“, beschreibt Neitsch die Sparsamkeit. Dies ist ein Punkt, der sich in den vier Jahrzehnten entscheidend gewandelt hat. Früher seien die Ratsherren viel kritischer bei Investitionen gewesen. Zuletzt musste er die Mitstreiter eher bremsen beim Geldausgeben.

Und noch etwas ist anders: Früher sei der Rat wie eine große Familie gewesen, heute mache zunehmende Parteipolitik die Arbeit angespannter. „Damals hatten CDU und SPD gemeinsame Fraktionssitzungen. Das war Harmonie pur“, erinnert sich der Noch-Bürgermeister.



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