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Bahnstreik: Zu Fuß von Haste nach Nenndorf

Landkreis/Stadthagen (sk). Es gehört fast schon zum gewohnten Bild. "Zug fällt aus" ist gestern wiederum hinter etlichen S-Bahn- und Regionalexpress (RE)-Verbindungen auf der elektronischen Anzeigentafel vermerkt gewesen. Der Streik der Lokführer geht weiter. Am Stadthäger Bahnhof warteten Pendler und andere Reisende auf spätere Züge, weil die geplante Verbindung gestrichen war.

veröffentlicht am 26.10.2007 um 00:00 Uhr

Bärbel Wischhöfer (41) brachte der Zugausfall nicht aus der Ruhe. Die Pollhägerin hatte sich zuvor erkundigt, ob und wann ICE-Züge ab Hannover Richtung Göppingen fuhren und war sich sicher, den entsprechenden Fernzug zu erreichen. Zum einem Still-Kongress als Reiseziel hat sich die Kinderkrankenschwester und Still- und Laktoserberaterin außerdem einen Tag vor Veranstaltungsbeginn auf den Weg gemacht. Trotzdem fühlte sich Wischhöfer vom Streik getroffen. "Ich bin keine Zugfahrerin", so die 41-Jährige. Und ausgerechnet, wenn sie die Bahn einmal benutze, müsse es Probleme geben. Knapp wurde es gestern für die Stadthägerin Rita Ritter (30). Die Freiberuflerin musste um 14 Uhr in Hannover am Arbeitsplatz sein, wollte die S-Bahn um 12.49 Uhr nehmen und musste jetzt auf den RE, Abfahrt 13.21 Uhr warten. Ritter empfindet den Lokführerstreik durchaus als "gerechtfertigt". Aber für die Pendler sei es halt unangenehm. Mit Anstrengung war der Streiktag für Frank Schomburg (34) verbunden. Der Bad Nenndorfer muss jeden Tag in Stadthagen einen Arzttermin wahrnehmen. Da er glaubte, dass gestern Morgen alle S-Bahnen ausfielen, sattelte Schomburg auf "Schusters Rappen" um und legte die fünf Kilometer lange Strecke von Bad Nenndorf zum Umsteigebahnhof Haste zu Fuß zurück.

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