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Bürgermeister Otto Lattwesen fühlt sich außen vor / Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese: "Das lief nicht optimal"

Bahnpläne stoßen auf wenig Gegenliebe in Hohnhorst

Hohnhorst (rwe). Die Pläne der Bahn AG, die beiden ebenerdigen Bahnübergänge in Hohnhorst zu schließen, stoßen auf wenig Gegenliebe in der Gemeinde. Außerdem kritisiert Bürgermeister Otto Lattwesen, beim Gespräch (wir gberichten) außen vor gewesen zu sein.

veröffentlicht am 11.06.2007 um 00:00 Uhr

Auch wenn Lattwesen in Sachen Bahnübergänge eine diplomatische Art pflegt, der Ärger über die neuen Pläne und deren öffentliche Bekanntgabe ist nicht zu überhören. "Herr Reese hat sich bei mir entschuldigt, und ich habe die Entschuldigung angenommen", sagt der Hohnhorster Bürgermeister, der sich auch über die Initiative des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy freut. Der hatte bekanntlich Vertreter aus der Bahn-Niederlassung Hannover nach Nenndorf eingeladen, um das Problem der Übergänge in der Samtgemeinde nicht aus den Augen zu verlieren. Am Tisch saßen zwar Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese und Hastes Gemeindedirektor Heinrich Bremer, aber ein Vertreter aus Hohnhorst fehlte. Und gerade diese Gemeinde würde nach den Vorstellungen der Bahn erhebliche Einschnitte erleben. Das Unternehmen möchte zwar eine Brücke zwischen Haste und Hohnhorst bauen, doch die beiden ebenerdigen Übergänge aus dem Ort in Richtung Scheller und in Richtung Rehren würden geschlossen. Es gäbe dort nur noch einen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer. Das bestätigt Hans-Joachim Frohns, Sprecher der Bahn AG in Hannover. Genaueres zu den Plänen kann aucher nicht sagen. Das Verfahren müsse im "Dialog mit den Kommunen" weitergehen. Diesen Dialog erwartet auch Lattwesen, wenn sich an denÜbergängen etwas ändern soll. "Ich hätte an dem Vormittag auch Zeit gehabt." Mit den Vorschlägen, über die ihn Reese im Anschluss telefonisch informierte, kann er sich nicht anfreunden. "So geht das ganz bestimmt nicht", betont der Bürgermeister und Landwirt, der darüber hinaus direkt betroffen ist. Würden beide Übergänge geschlossen, müsste er immer über Haste fahren, um von Hohnhorst zu seinem Betrieb am Dorfrand zu kommen. Der Ort würde abgeschnitten. Lattwesen erinnert an den landwirtschaftlichen Verkehr, der dann zusätzlich die Bundesstraße 442 belasten würde, da viele Betriebe ihre Flächen auf der anderen Seite der Schienen hätten. Klar ist noch nicht, ob sich der Hohnhorster Rat jetzt des Themas annimmt. "Ich erwarte schon, dass die Bahn direkt mit uns das Gespräch führt." Bernd Reese (SPD) nimmt es auf seine Kappe, dass Hohnhorst fehlte. "Das lief nicht optimal", gab er zu. Denn zwar hatte Edathy mit Blick auf eine Beratung mit der Bahn in Stadthagen auch gleichen den Termin für Nenndorf angeleiert, doch die Einladungen vor Ort wollte der Samtgemeindebürgermeister übernehmen. "Ich kam gerade aus dem Urlaub zurück", erklärt Reese die Panne. Bremer habe er mitgenommen, weil dieser von Verwaltungsseite länger und tiefer in dem Thema stecke als er. Allerdings hatte Reese auch seinen Parteifreund Sigmar Sandmann informiert, seines Zeichens Bürgermeister in Haste, der aber den Termin nicht wahrnehmen konnte. Das ist nach Ansicht Reeses eher nebenher geschehen, er habe öfter Kontakt zu Sandmann, auch im Urlaub. Schließlich sei dieser auch Fraktionschef im Samtgemeinderat. "Deshalb telefonieren wir öfter." Zudem sei nicht damit zu rechnen gewesen, dass die Bahn AG bei dem Treffen bereits einen konkreten Vorschlag präsentiert. Ihm sei nun vor allem daran gelegen, eine Lösung in der Sache zu finden. Das will Christdemokrat Lattwesen auch, aber er fühlt sich dennoch außen vor und wundert sich immer noch, dass niemand an ihn gedacht habe. "Das hat schon ein wenig Geschmäckle."



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