weather-image
24°
Konditionen für Verkauf des Gebäudes weiter unklar / Notreparaturen durchgeführt / Bürger wollen Infoveranstaltung

Bahnhof Haste: "Die Kosten wachsen von Tag zu Tag"

Haste (tes). Ende 2007 sah es gut aus für die Rettung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes: Die DB Netz AG hatte die Zusage für den Verkauf erteilt und ein potenzieller Investor schien gefunden. Dann wurde es still um die Verhandlungen. Außer weiterer Gutachten gibt es aus Perspektive der Bürger bisher kaum sichtbare Fortschritte. Die Interessengemeinschaft Bahnhof Haste (IG) will daher zu einer Informationsveranstaltung einladen.

veröffentlicht am 11.09.2008 um 00:00 Uhr

0000498903.jpg

Bei derÜbergabe der Unterschriftenliste Ende November 2007 hatte der Konzernbevollmächtigte der DB AG Hannover, Hans-Jürgen Meyer, zugesagt, dass der Bahnhof verkauft werden soll. Seitdem verhandeln Bahn und Investor hinter verschlossenen Türen. Einige Haster äußerten sich beim jüngsten Treffen derBürgerinitiative besorgt, weil keine Informationen zum Stand der Verhandlungen mehr bekannt geworden sind. Woran hängt es im Moment? Um diese Frage zu klären, will Frank Prietzel erneut über Joachim Runkel vom CDU-Landesvorstand Kontakt zu Meyer aufnehmen. Ziel ist es, alle Beteiligten an einenTisch zu holen und im größeren Kreis über die Zukunft des Bahnhofs zu sprechen. Nach Informationen von IG- Sprecher Sebastian Kahle laufen die Verhandlungsgespräche noch. Der potenzielle Investor sei noch mit im Boot, soll aber weiter nicht genannt werden. Auch der Kaufpreis stehe noch nicht fest, so Kahle. Der Ingenieur, der als Teil seiner Diplomarbeit ein Nutzungskonzept erstellt hatte und jetzt eine Liste mit Anfragen von Gewerbetreibenden führt, sieht kein Problem darin, die Räume mit Gastronomie oder Büros voll zu kriegen. Für die Verhandlungen müsse aber klar sein, zu welchen Konditionen der Bahnhof verkauft wird. Dem Wunsch, den aktuellen baulichen Zustand des Gebäudes klären zu lassen, sei die Bahn nachgekommen, berichtet Kahle vom zweiten Gutachten. Die Ergebnisse bestätigten, dass Eile geboten sei: "Die Kosten wachsen von Tag zu Tag." Ein Stillstand bei der Schwammbildung im Gebäude sei nicht erkennbar. "Im Bahnhof züchtet man die Pilze, statt sie zu bekämpfen", meint Lothar Oelkers. "Die Bahn hat sich bewegt", bestätigt Kreissprecher Klaus Heimann auf Anfrage. Wie von der Unteren Denkmalschutzbehörde gefordert, seien Notreparaturen ausgeführt worden, um den weiteren Verfall zu stoppen. Im März hatten Arbeiter das Dach provisorisch abgedichtet und Lüftungshauben in die Dachflächen eingebaut. Die Denkmalschutzbehörde begleite den Erhalt des Bahnhofsgebäudes weiterhin in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, versicherte Heimann, dass sich die Bahn sehr kooperativ verhalte. "Im Moment wird an einem Nachnutzungskonzept gestrickt." Die IG, der sich auch Jugendliche wie Nils Bock angeschlossen haben, will nicht länger warten. "Das Gebäude muss aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden", verdeutlicht Friedrich Riechmann. "Warum sollen wir uns ruhig verhalten?", fragt sich auch Oelkers. "Der Druck auf die Bahn kann nicht groß genug sein", regt er an, nach Hohnhorster Vorbild Öffentlichkeit herzustellen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare