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Neue Doppelspitze der Bäckerinnung Hameln-Pyrmont mit Thomas Wegener und Wilhelm Bente

Bäckerhandwerk kämpft um junge Kunden

Hameln (ul). Einige haben schwarze Ringe unter den Augen, anderen schmerzt der Rücken. Trotz ihrer Sechs- Tage-Woche mit Frühschicht kommen sie zusammen, drücken sich freundschaftlich die Hand. Morgens noch in der Backstube, mittags am Telefon und Computer, und jetzt begrüßen sie Axel Schröer, ihren bisherigen Obermeister und Vorsitzenden der Bäckerinnung Hameln-Pyrmont. 16 Jahre hat Axel Schröer die Interessen der Bäcker vertreten, zehn Jahre davon als Obermeister. Nun hat er aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der Bäckerinnung abgegeben.

veröffentlicht am 02.06.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 18:41 Uhr

Auch das langjährige Vorstandsmitglied Rudolf Pernath ist da. Ehrenobermeister Herbert Rode begrüßt als Ratsmitglied seine Kollegen und dankt der neuen Doppelspitze Thomas Wegener und Hauke-Wilhelm Bente. Gisela Grimme, Leiterin der Elisabeth-Selbert-Schule und damit verantwortlich für die Berufsschulausbildung der Bäckerlehrlinge, wird gedankt. Die Kooperation von Berufsschule und Bäckerhandwerk funktioniere reibungslos.

Viel Überzeugungsarbeit sei nötig gewesen, berichtet Rode, um die gleichberechtigte neue Doppelspitze von der Notwendigkeit des Erhalts der Hameln-Pyrmonter Bäckerinnung zu überzeugen. Die slapstickartige Begrüßung, in der Thomas Wegener und Wilhelm Bente die Verantwortung als Vorsitzende der Innung und Obermeister von sich weisen, weil jeder Kinder habe und Mitarbeiter und überhaupt keine Zeit habe, deutet den 100 anwesenden Bäckern und Vertretern aus Politik und Verwaltung an, wie ernst und gleichsam humorvoll sie künftig die Sorgen und Nöte der Bäcker und Konditoren wahrnehmen wollen. Das reicht von der Öffentlichkeitsarbeit über die Brotprüfung, Schriftwechsel mit der Oberinnung und den Besuch von Verbandstagen stets tief in ihren Arbeitsalltag hinein. Lehrlingswart Frank Zibuhr gehört zum Vorstandsteam ebenso wie Kassenwart Uwe Schmidt, der sich landauf, landab um Marketingfragen kümmert. Schriftführer Achim Reschke und „Wirbelwind“ Beate Diers, die sich emsig um die Öffentlichkeitsarbeit und die Imageförderung des Bäckerhandwerks bemüht. Unterstützt wird er von Arndt Diekewied. Kassenprüfer ist Friedhelm Schmidt. Reinhard Brauer sitzt neu im Meisterprüfungsausschuss, ebenso wie Martina Deiterding.

„Wie ihr seht, viele Innungsmitglieder erhalten Posten“, bemerkt Thomas Wegener schmunzelnd, der damit auch den Teamgeist der Bäcker und Konditoren aus der Region im Wettkampf um Kunden bewahren will.

Vor dem Spargelessen ging dann Josef Bünger, ein auf Bäckereien und Konditoreien spezialisierter Steuerberater, in media res – gab Tipps, wie die Handwerker ihre Bilanzen halten und ihr personalintensives Unternehmen für die Zukunft aufstellen sollten. Dabei ging es nicht um happige Brotpreise, nein, die Umsätze sind stabil, an der Brotpreisschraube sollte nicht gedreht werden. Die Energiekosten seien gesunken, auch die Getreidepreise halten sich – allerdings meine der Kunde stets, ein Grundnahrungsmittel wie Brot zum Kilopreis von drei Euro sei zu teuer. Das Brötchen für 30 Cent hingegen werde tagsüber und am Wochenende geschluckt und trage 40 Prozent zum Umsatz bei, während der Brotanteil trotz Sortenvielfalt schrumpfe. Überzeugt davon, dass die Kunden weiterhin im Supermarkt zum Industriebrot greifen und der innerhalb von 20 Jahren verlorene Marktanteil von 20 Prozent nicht rückholbar sei, sollten sich die Bäcker auf die veränderten Lebensgewohnheiten ihrer jüngeren Kunden einstellen, um mit Subway, Pizzadiensten und McDonalds mithalten zu können, und sich von denen nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Willi Wittbold, seit 50 Jahren Bäckermeister in Emmerthal, wurde zum Meisterjubilar geehrt, ebenso Karl-Wilhelm Brewes für 25 Jahre.

Die Vorsitzenden der Bäckerinnung Hameln-Pyrmont li. Thomas Wegener und re. Hauke Wilhelm Bente zeichnen Willi Wittbold aus, er ist 50 Jahre Bäckermeister und damit Meisterjubiliar.

Fotos: ul



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