weather-image
18°
WGN kritisiert: Infrastruktur hängt dem Bauboom hinterher

"Bad Nenndorf kein Spitzenkurort"

Riepen (tes). Die Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) hat sich in ihrer Jahresversammlung im Schmiedegasthaus Gehrke mit nachhaltiger Zukunftsplanung für Stadt und Samtgemeinde beschäftigt. Einen der Knackpunkte ortete die WGN in der Kurbeitragssatzung: "Der Kurbeitrag ist mit 2,50 Euro viel zu hoch", war es für Fraktionssprecher Frank Steen "unverständlich, warum die anderen Fraktionen dies nicht einsehen. Bad Nenndorf ist kein Spitzenkurort, sondern schwimmt in der Masse mit."

veröffentlicht am 09.06.2007 um 00:00 Uhr

Schließlich sei es kein Geheimnis, "dass die Kurkliniken in der Regel Reha-Kliniken sind", so Steen weiter. Dass deren vielfach gehbehinderten Patienten die Beiträge erlassen werden müssten, sei klar. Um diese Löcher zu stopfen, schlägt die WGN einen neuen Finanzierungsmodus vor: "Wir wollen, dass ein vernünftiger Preis für die Nutzung der Kuranlagen gezahlt wird", plädierte Steen für "eine Grundsteuererhöhung in Verbindung mit Vorteilen für alle Nenndorfer Bürger. So könne er sich eine Ermäßigung für den Eintritt in die Landgrafentherme vorstellen, damit diese Mehrbelastung vom Bürger akzeptiert wird. Als weiteren Knackpunkt nannte Steen "die Bauwut in Bad Nenndorf." Allein im Baugebiet "Vordere Hohefeld" sei mit 600 neuen Bürgern zu rechnen. "Hier muss dringend eine Anpassung der Infrastruktur her", kritisierte die WGN -Vorsitzende Heike Beiersdorfer die Baupläne als "blindlings und ohne Strategien genehmigt". 140 neue Bauplätze abzunicken, ohne Gedanken an neue Straßen und mehr Kindergartenplätze sei "ideenlos,planlos - schlicht eine Dummheit." Auch durch die mangelnde Abgrenzung zum landwirtschaftlich genutzten Feld seien Konflikte programmiert, so Steen: "Spätestens, wenn die Bauern ihre Felder bestellen und der Wind die Samen in die Gärten weht, werden Beschwerden kommen." Enttäuscht zeigte sich die WGN vom Verhalten der SPD: "Als es um Stimmen für Bürgermeisterin Gudrun Olk ging", hatte die SPD-Fraktion laut Steen noch Entgegenkommen in puncto städtebaulicher Nachhaltigkeit signalisiert. Daraus sei allerdings weder bei der Verbreiterung des Pflanzstreifens im Baugebiet noch bei den jetzt doch genehmigten Baumscheiben in der Berliner Straße etwas geworden, fühlt sich die WGN von der SPD getäuscht. Nach der Kommunalwahl auf vier Sitze verstärkt, will sich die WGN ohnehin nicht von anderen Parteien einverleiben lassen. "Unsere Selbstständigkeit ist gegeben", betonte Uwe Engelking als Fraktionssprecher auf Samtgemeindeebene, "wir fühlen uns nicht zu einer anderen Fraktion hingezogen, sondern entscheiden von Fall zu Fall über die vernünftigste Lösung." Die anderen Fraktionen haben laut Engelking gemerkt: "Ohne uns geht es nicht." Als erfolgreiches Beispiel nannte er die Kinderhorte in Haste und Bad Nenndorf. "Ein Hort war unser großes Anliegen", bestätigte Beiersdorfer, "der Ort in der Berlinschule ist allerdings nicht sehr befriedigend." Das kostenfreie dritte Kindergartenjahr stehe als nächstes Thema auf der Agenda. Besonders zu den Kosten für die Samtgemeinde bestehe Diskussionsbedarf. "Wir müssen sehen wie viele neue Kinder durch die finanzielle Förderung dazu kommen", so Beiersdorfer.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare