weather-image
14°
Hochkarätige Einzelvirtuosen garantieren diffizile Partien und Wohlklang

Bach alsösterliche Klangrede mit Westphal und dem Kammerorchester

Rinteln (dis). Wolfgang Westphals spätabendliche Veranstaltungen in der St.-Nikolai-Kirche sind beliebt. Trotz eisiger Außentemperaturen und glatter Straßen konnte sich auch das Bach-Ereignis zur Osternacht mit dem Schaumburger Kammerorchester und namhaften Solisten sehr regen Zuspruchs erfreuen.

veröffentlicht am 25.03.2008 um 00:00 Uhr

Wolfgang Wesphal dirigiert in einer gut gefüllten Kirche. Foto:

Zur Aufführung gelangten zwei Sätze aus dem Konzert für Oboe und Orchester vom Barockmeister Johann Friedrich Fash, in denen der Kreiskantor die Verbindung zwischen der Weimarer Oboistin Tomoko Udagawa überzeugend dem Spiel seines Ensembles gegenüberstellte. Im Mittelpunkt stand das zweite "Brandenburgische Konzert" aus der Feder Johann Sebastian Bachs. Hierbei sorgten gleich vier hochkarätige Einzelvirtuosen mit diffizilen Partien für Wohlklang. Keine Kleinigkeit also für das Schaumburger Kammerorchester und deren exzellente Mitstreiter. Bei denen handelte es sich um den aus Lübeck angereisten Violinisten Olaf Kindt, die bereits genannte Oboistin Tomoko Udagawa, die Rintelner Blockflötistin Karin Dennhardt und den hervorragenden ersten Trompeter der Weimarer Staatskapelle, Ruprecht Drees. Der Köthener Hofkapellmeister bezeichnete diese Schöpfung dereinst übrigens als "Concert avec plusieurs Instruments", als Stück mit mehreren, vor allem verschiedenen Instrumenten also. Bach lag es bei seiner Vertonung nämlich am Herzen, experimentelle Besetzungen unter einen Hut zu kriegen, was ihmselbstverständlich bravourös geglückt ist. Ein kleines Beispiel dafür: Im "Zweiten" steigt die Oboe so beredt ins Gespräch mit Geige und Flöte ein, dass man jäh gespannt ist, wie das ausgehen wird. Aber das letzte Wort hat natürlich, im Satz danach, die mit halsbrecherischen Parts ausgestattete Trompete. Bliebe noch zu sagen, dass sämtliche Mitwirkenden bei den Zuhörern auf großes Echo stießen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare