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Interessengemeinschaft befürchtet Gefährdung der Infrastruktur durch Umbau

B 65-Planung: Geschäftsleute machen sich für eine fünfte Variante stark

Bad Nenndorf (rwe). Die "bevorzugte Variante 4" des Landkreises Schaumburg für den Ausbau der Bundesstraße 65 am Knotenpunkt Drei Steine stößt auf deutliche Kritik in der Bad Nenndorfer Geschäftswelt. Die Interessengemeinschaft befürchtet, die vorliegende Lösung zerstöre die historische Achse zwischen Rodenberg und der Kurstadt und gefährde damit die Infrastruktur im Süden des Ortes. Deshalb liegt nun eine fünfte Variante auf dem Tisch.

veröffentlicht am 21.02.2008 um 00:00 Uhr

VGH-Agenturinhaber Rainer Klages kennt die Wünsche der Kunden: "

Die Sorgen sind groß bei Tankstelleninhaber Wolfgang Seifert. Der Unternehmer, der bereits mit Erfolg das schnelle Abholzen der Platanen in der Rodenberger Allee verhindert hat, sorgt sich erneut um die Zukunft Bad Nenndorfs. Denn die derzeit "bevorzugte Variante 4", die der Landkreis im Januar nach intensiven Gesprächen mit Vertretern aus Bad Nenndorf und Rodenberg erarbeitet hat, wird nach seinen Worten gar nicht bevorzugt. Der Kern seiner Kritik: Die funktionierende Achse zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf werde durch die verschwenkte Lösung unterbrochen. Das von ihm aufgezeichnete Szenario: Weniger Kunden fahren nach Bad Nenndorf, der Handel bricht ein, Geschäfte im Südwesten sterben und am Ende verliert die Stadt mit der Infrastruktur den Kurstatus. Als mahnendes Beispiel nannte er Bad Eilsen. Davon hat er auch Frank Lohmannüberzeugt, im Vorstand der Interessengemeinschaft Bad Nenndorf (IGBN) für Handel und Gewerbe zuständig. In Seiferts Variante 5 hat er die Kreisel verschoben und optisch die direkte Verbindung zwischen den benachbarten Städten wiederhergestellt. Damit kommt er nach eigenen Worten auch einem Grundsatzbeschluss des Bad Nenndorfer Verwaltungsausschusses nach. Der hatte sich im September darauf festgelegt, dass bei einem Umbau die historische Verbindung bleiben soll. Wie wichtig diese ist, das machten Lohmann und Seifert gestern zunächst im Rathaus deutlich. Nach eigenen Worten hinterließen sie in dem 90-minütigen Gespräche mit Bürgermeisterin Gudrun Olk und Stadtdirektor Bernd Reese einen "nachhaltigen Eindruck". Anschließend informierten sie Bad Nenndorfer Geschäftsleute über das Vorhaben und die möglichen Folgen für die Kurstadt. Lohmann warnte vor gravierenden Nachteilen durch die vorliegende Lösung. "Unsere Existenzgrundlage ist bedroht." Nenndorfs Sparkassenchef warnte auch vor den immensen Kosten, die auf die Stadt zukämen. Das Geld sei im Ort selber besser investiert. "Wir brauchen den Ausbau der Straße nicht." Vielmehr gehe es bei den derzeitigen Plänen darum, Stadthagen und Rodenberg zu stärken. Die Pläne gingen zu Lasten der guten Kaufkraft in der Kurstadt. Diese verfüge über vier laufende Geschäftszentren, bisher gebe es kaum Leerstand. Das würde Bad Nenndorf riskieren. "Wir sollten dafür nicht auch noch einen Blankoscheck unterschreiben", meinte Lohmann mit Blick auf die 3,2 Millionen Euro, die als örtlicher Anteil für den Umbau des Knotenpunktes kalkuliert sind. Seifert befürchtet, dass gut ein Viertel der Autofahrer sich neue Wege suchen könnte, den Einkauf dann woanders erledige. Das würde nach seinen Worten das Aus für den WEZ-Supermarkt bedeuten, die südliche Innenstadt würde ihren Frequenzbringer verlieren. "Das strahlt bis in die Kurhausstraße", so die düsteren Prophezeiungen. Da Seifert wie auch Lohmann nicht grundsätzlich gegen den Ausbau ist, will er nun einen eigenen Vorschlag einbringen, der die über Jahre gewachsenen Verkehrsströme besser aufnimmt. Dazu soll die Bundesstraße 442 auf der alten Trasse über die neue B 65 geführt werden, die Anbindung erfolgt wie in der favorisierten "Variante 4" über zwei Kreisel und die Auffahrten. Seifert: "Wir sparen eine Brücke und damit auch Geld."

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