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Kurstadt möchte die Trasse noch stärker verlegen / Lärmschutz könnte wegfallen

B 65-Ausbau: Landkreis macht die Rechnung auf - Extrawünsche kosten

Bad Nenndorf (rwe). Die Stadt Bad Nenndorf möchte bei einem 2+1-Ausbau der Bundesstraße 65 die Trasse stärker gen Rodenberg verschieben lassen als bisher angedacht. Künftig soll sie bereits hinter dem Erlengrund nach Süden schwenken. Allerdings müsste die Stadt für ihre Extrawunsch möglicherweise selbst aufkommen. Darauf verwies der Kreisbaudezernent in einem gemeinsamen Pressegespräch: "Der Bund zahlt nur das, was zwingend erforderlich ist". Welche Summe auf die Kurstadt zukommen könnte, will der Landkreis in den nächsten Wochen ausrechnen.

veröffentlicht am 02.10.2007 um 00:00 Uhr

Hinter dem Erlengrund soll die neue Trasse nach Süden schwenken

Bisher ist es nur ein Strich auf der Landkarte. Eine dicke rote Linie markiert die Wunschtrasse, für die sich der Bad Nenndorfer Verwaltungsausschuss bei einem geplanten Ausbau der Bundesstraße 65 ausgesprochen hat. In einem Pressegespräch haben Bürgermeisterin Gudrun Olk und Stadtdirektor Bernd Reese zusammen mit Vertretern aller Fraktionen die Einheit im Rat hervorgehoben. Ihnen gehe es darum, eine Lösung zu finden, die Stadthagen hilft, aber auch Rodenberg und Bad Nenndorf, so Reese. Die Stadt fordert beim geplanten Knoten Drei Steine eine Zusatz-Abfahrt aus Richtung Hannover, einen aktiven Lärmschutz auch für Waltringhausen und den Erhalt der historischen Verbindung zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf. Karl-Erich Smalian als Vertreter des Landkreises erinnerte daran, dass dieÜbernahme der Planung durch den Landkreis den Kommunen überhaupt erst die Chance biete, so früh mitzuwirken. "Sonst würde ein solches Vorhaben in einem Büro in Hannover geplant." Allerdings spare eine gründliche Vorbereitung später Zeit im Planfeststellungsverfahren. Um besser voran zu kommen, schlage der Kreis vor, künftig aber nur noch in Zirkeln gemeinsam mit Bad Nenndorf und Rodenberg zu beraten. Smalian nahm die Wünsche zur Kenntnis, wies aber darauf hin, dass die Stadt dafür mit höheren Kosten rechnen müsse. Der Bund sei auch dank der Einwände aus Bad Nenndorf vom "Dogma" abgerückt, die Trasse nicht verlassen zu dürfen. Jedoch würden nur die Meter Straße bezahlt, die "zwingend erforderlich" seien.Die Kosten der gewünschten Verlegung fielen für die Stadt zusätzlich zu der Summe an, die ohnehin für den Umbau des Knotenpunktes Drei Steine anfalle. "Da sind Sie schon mit einem Viertel dabei." Er kündigt an, für den Abschnitt bei Bad Nenndorf die drei favorisierten Varianten nachrechnen zu wollen und zusätzlich die Mehrkosten für die gewünschte Trasse ab dem Erlengrund. Smalian gab aber zu bedenken, dass der aktive Lärmschutz in dem Bereich wegfallen könnte, wenn die Straße dann weiter von den Wohnhäusern entfernt sei. Ob dem so wäre, will der Kreis ebenfalls ermitteln lassen. Das für den Lärmschutz gesparte Geld werde der Kurstadt dann aber nicht gutgeschrieben. Ob sich die Bad Nenndorfer Politiker damit zufrieden geben, scheint fraglich. Sie wissen, die aus ihrer Sicht mittlerweile deutlich verbesserte Planung ist unter anderem ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken.



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