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Ampelkreuzung: BI leistet Widerstand

B 65-Ausbau: Knoten ist noch nicht geplatzt

Kobbensen (ssr). Den Bau einer Ampel-Kreuzung in Kobbensen im Zuge des "2+1"-Ausbaus der B 65 hat der Bauausschuss des Kreistags nahezu einmütig empfohlen. Zwar hatte das Bauamt auch eine Variante ohne Kreuzung entwickelt. Diese sei aber mit vielen Nachteilen verbunden. Ein Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Ausbau der B 65 (BIB 65) kündigte vor dem Ausschuss weiteren Widerstand an. Auch die Gemeinde Heuerßen muss noch offiziell gehört werden. Derzeitiges Fazit: Der Knoten ist noch nicht geplatzt.

veröffentlicht am 26.01.2007 um 00:00 Uhr

So sieht das von den Kreis-Baupolitikern für Kobbensen empfohlene Modell aus: Genau in der Mitte zwischen den heutigen Abzweigungen Eichenbruch und Heuerßen entsteht eine Ampelkreuzung. Die von Heuerßen kommende Straße (K 30) wird um einen Teich herum dorthin verschwenkt. Eichenbruch wird an den neuen K 30-Schwenk angebunden, die jetzige direkte Einmündung zur B 65 stillgelegt. Von der B 65 abgekoppelt wird auch die westliche Kobbenser Straße Auf der Bult. Diese Straße wird an einen nördlich der B 65 zu bauenden Wirtschaftsweg, der bis nach Vornhagen führt, angebunden. Auf diesem Weg sollen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Schulbusse und Zweiräder fahren. Die Alternative sieht die Beibehaltung der jetzigen K 30-Einmündung aus Heuerßen vor. Die direkte B 65-Anbindung von Eichenbruch würde - wie im empfohlenen Modell - entfallen, diese Siedlung aber nahe des Heuerßer Ortseingangs an die K 30 angebunden. Kernpunkt: Westlich von Kobbensen würde eine Anbindung des nördlichen Wirtschaftsweges an die B 65 nötig. Eindringlich schilderte der Leiter der Straßenbauverwaltung Hameln, Markus Brockmann, die Nachteile dieser Alternative aus Sicht der Experten. Ohne Ampelkreuzung würde der "Unfallschwerpunkt Kobbensen" nach der festen Überzeugung der Straßenplaner nicht entschärft. Im Gegensatz zur Kreuzungs-Lösung verliere Kobbensen seinen Rechtsanspruch auf Schallschutz. Nicht zuletzt: Die beiden "2+1"-Überholabschnitte zwischen Kobbensen und Vornhagen würden jeweils 135 Mezer kürzer ausfallen. Als einziger stimmte Michael Dombrowski (Grüne) gegen das Modell. Dahinter steht die grundsätzliche Linie der Schaumburger Grünen, auf der B 65 zwar die Unfallschwerpunkte zu entschärfen, auf die "2+1"-Überholspuren aber völlig zu verzichten. Heftige Kritikübte "BIB 65"-Sprecher Hans Bielefeld. Ursprünglich sei zwischen Kobbensen und Vornhagen nur eine "2+1"-Überholphase geplant gewesen. Das reiche auch. Bei Verzicht auf eine zweite Phase würde die Notwendigkeit einer zusätzlichen Einmündung westlich Kobbensens entfallen. Dann könne die Verkehrsführung der B 65 in Kobbensen so bleiben wie sie heute ist - "nämlich flüssig und sicher". Zudem, so Bielefeld weiter, würde Kobbensen "viel Lärm und Feinstaub" erspart, der bei einer Ampelkreuzung hingegen anfiele. Allergisch reagierte Bielefeld auf die Aussage von Kreisbaudirektor Karl-Erich Smalian, es sei "nahezu allen bisher vorgebrachten Anregungen von Anliegern Rechnung getragen" worden. Bielefeld dazu: "Dem ist mitnichten so, wie das Beispiel der Ampelkreuzung zeigt." Nicht in dieÜberlegungen einbezogen worden sei auch der Wunsch von Anliegern der Siedlung Lohhof, die B 65-Trasse aus Gründen des Lärmschutzes um mindestens 25 Meter nach Süden zu verlegen. Am Ende der Sitzung stand die Erwartung im Raum, dass der Knotenpunkt Kobbensen noch erheblichen Gesprächsbedarf beinhaltet.



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