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Widerstand regt sich / Mehr als 100 Unterschriften gesammelt / Landkreis: "Das wäre ein Neubau"

B 65-Ausbau: "Das ist Scheuklappenplanung"

Bad Nenndorf (fox). Es regt sich weiterer Widerstand gegen die aktuellen Planungen zum Ausbau der Bundesstraße 65. Eine wachsende Gruppe von Anwohnern der Siedlung Hinter den Höfen um Gisela Kaus hat bereits mehr als 100 Unterschriften gegen die derzeitigen Planungen gesammelt. Ziel ist es, die B 65 - wenn schon einmal in Planung -von bebauter Fläche weg zu lenken in Richtung Erlengrund.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:24 Uhr

Bieten Widerstand gegen die B 65-Planungen: Peter Koller (v.l.),

Es geht Gisela Kaus und deren Mitstreitern Tankmar Eisfeld, Susanne Heidrich und Peter Koller nicht darum, Planungen zu behindern. Aber wenn die Landkarte schon einmal neu gezeichnet werden müsse, dann auch unter Einbezug der Meinungen betroffener Bürger. In deren Kritik ist der geplante Wiederanschluss der B 65 nach der Verschwenkung in Richtung Rodenberg vom dortigen Knotenpunkt aus. Zu diesem war Anfang August eine Neuplanung vorgestellt worden, die den Punkt unter anderem weiter nach Osten versetzt vorsieht (wir berichteten). In Richtung Bad Nenndorf würde die Neuplanung die Straße geringfügig nach Osten Verschieben. Für die Anwohner ist das nicht ausreichend. Heidrich: "Man kann doch nicht die Straßeneinmündung einfach vor die Häuser setzen." "Wir verlangen, dass die neue Auffahrt weiter nach Osten auf die alte B 65 geführt wird. Und das nicht nur um drei Häuser, sondern etwa bis in Höhe des Erlengrundes - dort wo keine Häuser mehr stehen", fordert Kaus. Koller befürchtet nicht nur die Zunahme von Emissionen - auch die mit dem Ausbau zusammenhängende Wertminderung ihrer Grundstücke bereitet Sorgen. Das Anliegen der Siedler mag verständlich sein, ist jedoch aufgrund der bestehenden Rechtslage kompliziert. Wie Kreisbaudeternent Karl-Erich Smalian erläuterte, würden die Wünsche der Anwohner Hinter den Höfen eine Verschwenkung von rund 750 Metern nach Osten zum Erlengrund bedeuten. Mit viel Geschick hätten die Planer den 20-Millionen-Umbau der Bundesstraße offiziell als "Ausbaumaßnahme" definieren können. Eine größere Abweichung würde den Status auf "Neubau" setzen. "Damit tun sich die Anlieger keinen Gefallen", sagte Smalian. Denn dann bekomme die Trasse Planungscharakter nach Bundesfernstraßenplan. Auch im Sinne des "vordringlichen Bedarfs" würde es vermutlich 20 Jahre dauern, bis Geld dafür bereitgestellt würde, "die Wunschliste ist lang". Den Bürgern reicht die Argumentation des Landkreises nicht aus. Kaus ist der Ansicht, dass es sich bei dem Bau ohnehin definitiv um einen "Neubau" handelt. Koller: "Ich sehe in der Gemeinde eine Fürsorgepflicht, die diese eigentlich von sich aus für ihre Bürger wahrnehmen müsste. Das ist Scheuklappenplanung in meinen Augen." Eisfeld fordert eine zweite Planung für den östlichen Verlauf ab Rodenberg. Die bereits bestehende "B 65-Bürgerinitiative für optimalen Lärmschutz" ist den Siedlern bekannt, dennoch denken die Anwohner über die Gründung einer weiteren Initiative nach. Wie Kaus verdeutlichte, gelte es, Probleme bei der Wurzel zu greifen und zu verhindern -nicht die Folgen einer wenig glücklichen Planung zu beseitigen.

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