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B 65: Rat für Lösung mit Ampel

Heuerßen-Kobbensen (gus). Mit einem Paukenschlag hat die Wählergemeinschaft Schaumburg die festgefahrene Situation rund um den Ausbau der B 65 bei Heuerßen in Bewegung gebracht. Auf der Grundlage eines neuen Variantenvorschlags hat der Gemeinderat geschlossen für eine Ampelkreuzung an dem Punkt plädiert.

veröffentlicht am 29.10.2007 um 00:00 Uhr

Etwa 20 Zuhörer folgen der Diskussion im Gemeinderat. Foto: gus

Seit Jahren schien es allerhöchstens noch im Stop-and-go-Tempo voranzugehen, wenn der Heuerßer Rat über das Thema B 65 diskutierte. Die Abkehr der CDU- und der SPD-Ratsfraktion vom reinen Protest hin zum Ja zur Ampelkreuzungsvariante hatte spätestens in 2006 in einem Frontalzusammenstoß mit der WGS geendet. Der anschließende Stau hat sich jetzt aufgelöst, nachdem WGS-Sprecher Hans Bielefeld ein geschicktes Wendemanöver vollbracht hat. In einer von Bielefeld vorgelegten Skizze sind zwei bisher unvereinbare Komponenten des B 65-Ausbaus verknüpft. Eine verkehrsflussgesteuerte Ampelkreuzung, wie sie vom Landkreis favorisiert wird, soll laut dem Papier etwa 50 Meter von der Kobbenser Ortsgrenze in Richtung Heuerßen abgerückt werden - und damit den direkten Anliegern der Bundesstraße ausreichend Schutz vor Lärm und Abgasen verschaffen. Lärmschutz ist an beiden Seiten vorgesehen. Dasüberzeugte auch die Politiker der anderen beiden Fraktionen weitgehend. "Nicht uncharmant" nannte Harald Abmeyer (SPD) den Vorschlag. Dessen Fraktionskollege Friedhelm Stahlhut sprach von einer "akzeptablen Variante". Armin Stöber (CDU) sah die Skizze "nah an der Landkreis-Variante." Wie Ralf Duhnsen (CDU) warnte auch Stöber jedoch davor, die B 65 zu weit in Richtung Heuerßen zu verschwenken. Irgendwann sei für den Nachbarort die Schmerzgrenze erreicht. Außerdem könne ein Abrücken der Verkehrsader von der Kobbenser Ortsgrenze den Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen unterminieren. Auf Vorschlag Duhnsens stimmte Bielefeld zu, dass man sich nicht an der 50-Meter-Marke festbeißen sollte. Einmütig beschlossen die Ratsmitglieder eine neue Stellungnahme der Gemeinde zum B 65-Ausbau an den Landkreis. Darin wird nun die Ampelkreuzung befürwortet. Die von der WGS gewünschte Bedarfsampel - bisher Hauptstreitpunkt im Rat - ist Geschichte. Als Zusatz zu dem, was CDU und SPD als Stellungnahme befürwortet hatten, wurde festgehalten, dass die Kreuzung so weit wie möglich von Kobbensen weg verlegt werden soll. Ein anders lautender Ratsbeschluss aus dem Jahr 2004 wurde aufgehoben. Auf Vorschlag Bielefelds werden die drei Fraktionssprecher und Bürgermeister Frank Stahlhut mit den Landkreis-Planern besprechen, wie viel von dem WGS-Vorschlag umzusetzen ist. Karl-Heinz Weikert (SPD), der ansonsten alles andere als ein Fürsprecher für WGS-Vorschläge ist - legte die Marschroute so fest: "Wir sollten versuchen, diesen Plan durchzubekommen."Abmeyer warnte vor zu großer Euphorie. Inzwischen könne es zu spät für einen neuen Vorschlag aus der Gemeinde sein. Angesichts der ungewohnten Einigkeit und in Anlehnung an den in der WGS-Skizze vorgesehenen Bogen der B 65 um Kobbensen herum scheint der Gemeinderat in doppeltem Sinn "die Kurve gekriegt" zu haben.

Der neue Vorschlag der WGS sieht vor, die Bundesstraße deutlich
  • Der neue Vorschlag der WGS sieht vor, die Bundesstraße deutlich in Richtung Heuerßen zu verlegen. Lärmschutz ist an beiden Seiten der B 65 vorgesehen.


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