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Zoobetreiber attackiert den Landrat

B 65: "Drei Steine" verschieben - zahlt Stadt 1,2 Millionen?

Bad Nenndorf (rwe). Das Verschieben des Knotenpunktes Drei Steine im Zuge des "2+1"-Ausbaus der Bundesstraße 65 könnte die Stadt Bad Nenndorf teuer zu stehen kommen. Von einer Beteiligung von 1,2 Millionen Euro sprach Ratsherr Volker Busse bei der öffentlichen Bauausschusssitzung in der Wandelhalle (wir berichten gestern).

veröffentlicht am 10.03.2007 um 00:00 Uhr

Abzüglich von Zuschüssen, die es dafür gibt, blieben noch fast 500 000 Euro an der Stadt hängen, rechnete er vor. Das könne nicht sein, klagte der Sprecher der Gruppe SPD/WGL. Bad Nenndorf zahle für einen Ausbau, der in erster Linie im Interesse Stadthagens liege. Er verwahrte sich gegen Ratschläge von Politikern aus der Kreisstadt, die sich bei uns einmischen wollten. "Wir sind mündige Ratsmitglieder." Auch FDP-Ratsherr Andreas Fedler erteilte dem "Sonderopfer" für Bad Nenndorf beim B 65-Ausbau eine Absage. Der Rat versuche zu sparen, drehe jeden Cent dreimal um. Fedler: "Ich weiß nicht, wo das Geld herkommen soll." Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier nahm die Kritik auf, erinnerte aber daran, dass die Kurstadt von dem Ausbau profitieren würde. Die 1,2 Millionen Euro seien zuschussfähig nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. "Das gibt es in guten Jahren bis zu 75 Prozent." Bei der Stadt sah er etwa 250 000 Euro. "Daran wird der Ausbau nicht scheitern", stellte Schöttelndreier eine "politische Lösung" in Aussicht." Das Verlegen der B 65 im Zuge des "2+1"-Ausbaus wäre das Ende für den Kraterzoo. Diese düstere Prognose machte Inhaber Werner Schulz. Die geplante Trasse durchschneide den Vogelpark zu einem Drittel, ein Betrieb ergebe so keinen Sinn. An einen Neuanfang sei in seinem Alter nicht zu denken. Mit Tränen in der Stimme attackierte Schulz während der Sitzung des Bauausschusses in der Wandelhalle Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier. Dieser habe seiner Frau und ihm vor zwei Jahren das Bundesverdienstkreuz übergeben, nun zerstöre er vorsätzlich beider Lebenswerk. Detlef Panter, Vorsitzender des Fördervereins Vogelpark, meldete sich ebenfalls zu Wort. Ein Zoo direkt an einer Hauptstraße sei nicht denkbar. Er forderte Lärmschutz und eine Pufferzone. Schöttelndreier wies die Vorwürfe zurück. Die vorgesehene Trasse tangiere das Gelände minimal, von einem Drittel könne keine Rede sein. "Das sind maximal zwei Meter." Über Lärmschutz und einen Puffer lasse sich reden. Er sagte zu, dass sich der Landkreis darüber Gedanken macht, wie sich der Kraterzoo weitestgehend schützen ließe.



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