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Rund 100 000 Euro Startkapital

Awo-Stiftung: "Dann tut das Geld Gutes..."

Landkreis (jl). Bis vor drei Monaten ist sie eine Idee gewesen - die "Awo-Stiftung Schaumburg". Jetzt steht sie kurz vor dem Start. Das haben gestern Awo-Kreisvorsitzender Ernst Kastning und Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske in einem Pressegespräch mitgeteilt. Der Start ist möglich, weil einige wesentliche formelle Vorbedingungen erfüllt sind und das Grundkapital inzwischen beachtliche Dimensionen angenommen hat. Kastning rechnet mit einer Startsumme in Höhe von 100 000 Euro.

veröffentlicht am 27.10.2007 um 00:00 Uhr

Die Idee für die Stiftung stammt aus dem Awo-Ortsverein Stadthagen und ist im vergangenen Jahr von der Kreisdelegiertenkonferenz als Vorhaben übernommen worden. Seit August dieses Jahres läuft die Sache auf vollen Touren. Nach Kastnings Darlegungen sind seither die Mitglieder erfolgreich mobilisiert worden, sich am Stiftungskapital zu beteiligen. Seit zwei Wochen wirbt der Kreisvorstand bei möglichen Kapitalgebern aus der Wirtschaft. Kastning und Hanauske wiesen darauf hin, dass auch nach der Gründung jederzeit Zustiftungen möglich sind. Der Stadthäger Steuerberater Heinz Janzen, der als Treuhänder für das Kapital wirkt, sagte, Einzahlungen in die Stiftung seien steuerlich sehr lukrativ. So regelt das zum 1. Januar dieses Jahres reformiere Einkommensteuergesetz in Paragraph 10 b, dass Zuwendungen an Stiftungen -auch nach deren Gründung -einmalig im Zehnjahreszeitraum bis zu einer Million Euro (bei Ehegatten zwei Millionen) als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Wenn jemand diesen Vorteil nutze, "dann tut Geld Gutes", betonte Hanauske. Inzwischen hat der Kreisverband der Wohlfahrtsorganisation auch einen Satzungsentwurf ausgearbeitet, der zurzeit zur Prüfung beim Innenministerium in Hannover als Aufsichtsbehörde für Stiftungen sowie beim Finanzamt vorliegt. Am 20. November will der Kreisvorstand über die Personen entscheiden, die dem Vorstand und dem Stiftungsrat angehören sollen. Sechs Tage später soll die erste Stifterversammlung stattfinden. Daran sollen alle teilnehmen können, die mit 500 Euro und mehr beim Grundkapital dabei sind. Kastning unterstrich, dass die Stiftung unabhängig vom Kreisverband wirken wird. So verlange es das Stiftungsgesetz. Deshalb werden auch nicht ausschließlich Awo-Leute in den Gremien sitzen. Der volle Name des Projektes -"Für mehr Menschlichkeit - Die Awo-Stiftung Schaumburg" - macht klar, worum es den Gründern geht: Der Ertrag des Stiftungsvermögens soll dort eingesetzt werden, wo es keine öffentliche Finanzierung für Wohlfahrtsarbeit gibt. Aus der langjährigen Erfahrung, so Hanauske, "kennen wir den Bedarf genau". Und es sei damit zu rechnen, dass der Bedarf jenseits öffentlicher Förderung noch größer wird. Stiftungsbeträge können auf die von der Kanzlei Wahlmann, Janzen, Dohmeier geführten Treuhandkonten Nr. 470 063 900 bei der Sparkasse Schaumburg (BLZ 255 514 80) und Nr. 27 17 001 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60) eingezahlt werden. Für Fragen steht Heidemarie Hanauske unter (05721) 93 98 30 zur Verfügung.

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