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Tausende Besucher im Obernkirchener Sandsteinbruch

Autoschlange weist den Weg zu Dinos

Obernkirchen (mld). Hunderte Autos haben den Weg zu den Dinosauriern gewiesen: Am gestrigen "Tag des Geotops" waren der Obernkirchener Sandsteinbruch und seine einmaligen Dinosaurier-Fährten einem wahren Besucheransturm ausgesetzt. Die ersten Neugierigen kamen schon eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung in den Steinbruch - im Laufe des Tages sollten es dann mehrere Tausend we rden.

veröffentlicht am 22.09.2008 um 00:00 Uhr

Besucher ohne Ende: Lena (kleines Bild) freut sich mit den ander

"Wir hatten Mühe, noch schnell die Absperrungen aufzustellen und dann die ersten Führungen zu organisieren", erzählt Heiko Steinke, der eigentlich in Hannover Geowissenschaften studiert, aber gerade ein Praktikum im Landesmuseum macht. An diesem Tag ist er ein "Scout": Er führt die Besuchergruppen von einerSehenswürdigkeit zur nächsten. Eine solche Sehenswürdigkeit ist etwa der "Hühnerhof", eine große Gesteinsplatte, auf der vor 140 Millionen Jahren pflanzenfressende Iguanodons, jagende Allosaurier und eine bisher nicht näher bestimmte Raptorenart deutlich ihre Spuren hinterlassen haben. Hier und an den anderen sehenswürdigen Stellen stehen Wissenschaftler des Landesmuseums Hannover, die die weltweit einzigartigen Dinosaurierfährten erläutern. Lena Weimann aus Stadthagen ist mit ihren elf Jahren schon ein "alter Hase" bei Saurier-Ausgrabungen: Mit ihrer Mutter hat sie schon 2005 in Münchehagen geholfen. Nachdem Wissenschaftler die sensationellen Spuren im Steinbruch entdeckten und ehrenamtliche Helfer suchten, war es für sie und ihre Mutter selbstverständlich, auch in Obernkirchen fast jedes Wochenende mit der Säuberung und Dokumentation von Dino-Fußabtritten zu verbringen. "Es war nicht immer schön", erzählt Lena, während sie hinter der Absperrung darauf aufpasst, dass nicht zu viele Besucher auf den mühsam freigelegten Saurierspuren herumlaufen. "Es hat öfters geregnet, oder es war sehr heiß." Doch die Mühe wird jetzt ganz besonders belohnt: Am Mittwoch reist die Elfjährige zusammen mit Dr. Annette Richter und einigen anderen Mitgliedern des Helfer-Teams nach Köln, wo sie in dem Fernseh-Magazin "stern TV" live von dem einzigartigen Fund berichten wird. "Ich wollte, dass so viele Helfer wie möglich mit nach Köln kommen", erzählt Annette Richter. Dass bis jetzt nur sie ins mediale Rampenlicht gerückt wurde, findet sie unfair: "Die ehrenamtlichen Helfer haben mit mir stundenlang im Dreck gekniet und die Fährten frei gelegt." Doch zunächst bekommen vor allem die Dinosaurierfährten alle Aufmerksamkeit: Jede Viertelstunde werden Besuchergruppen mit je 30 oder 40 Dino-Begeisterten durch den Steinbruch geführt. Ihre Autos mussten sie teilweise einige Kilometer von den Dinosaurierfährten abstellen und den Rest des Weges laufen. Die Straße zum Steinbruch war komplett zugeparkt, die Kennzeichen weisen die Besucher als Schaumburger, Hamelner, Mindener, Hannoveraner, Berliner und sogar Münchener aus. "Der Besucheransturm übersteigt unsere Erwartungen bei weitem", kommentiert Annette Richter lachend, während sie sich für ihren nächsten Vortrag vorbereitet. "Bis jetzt waren etwa 3000 Besucher im Steinbruch", schätzt sie. Und das erst um 14 Uhr, drei Stunden vor offiziellem Schluss des "Tags des Geotops".

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