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Mit zweiÜbungs-Defibrillatoren ergänzt die Lauenauer DLRG ihre Kurse für Fahranfänger

Automatisch: Erste Hilfe auch bei Herzstillstand

Lauenau (nah). Sie hängen in Flughäfenhallen und in Hannovers Passerelle, an manchen DLRG-Wachstationen an der Küste und neuerdings in den Linienbussen von Bielefeld. Bald dürften noch viel mehr von den Kästen zu sehen sein, auf denen ein Herz mit einem stilisierten Blitz vor grünem Hintergrund abgebildet ist. Es sind Automatisierte Erst-Defibrillatoren (AED) für lebensrettende Hilfe bei Herzstillstand.

veröffentlicht am 05.11.2007 um 00:00 Uhr

Andrea Kuhl und Michael Stryj setzen in Kursen ein neues Phantom

Bisher war die Bedienung dieser Elektroschocks auslösenden Apparate nur Medizinern vorbehalten. Inzwischen gibt es Geräte, die durch Ansagen einem Ersthelfer jeden Handgriff erklären. Zudem werden fortwährend Pulsschlag und Herzfrequenz gemessen, die Stärke der Stromimpulses erfolgt automatisch. Noch aber ist die neue Gerätegeneration nur wenig verbreitet - und die Zahl der dafür instruierten Personen zu gering. Hier setzt die Lauenauer Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) an. Seit Jahren hält sie "Erste Hilfe"-Kurse ab. Die Schulungen dienen Fahranfängern, Betriebshelfern und auch Menschen, die früher Erlerntes einmal auffrischen wollen. Doch auch die ausgebildeten Kräfte kennen keinen Stillstand: "Was wir wissen, wollen wir auch weitergeben", betont der stellvertretende Vorsitzende Michael Stryj. Er und Andrea Kuhl leiten jährlich bis zu 20 Kurse und Trainings. Und das können sie jetzt auf Wunsch ergänzen. Denn dank der Hilfe zweier ungenannt bleiben wollender Gönner aus den eigenen Reihen, einer Spende des Lauenauers Herbert Kuhnt und einem Griff in die eigene Vereinskasse konnten nicht nur ein neues Phantom im Wert von rund 1600 Euro für das Training der Herz-Lungen-Wiederbelebung beschafft werden, sondern auch zwei Trainins-AED. "Ein Echt-Gerät wäre uns zwar lieber gewesen", erklärte Stryj, "doch das wäre mit rund 2000 Euro und Wartung noch kostspieliger geworden". Schon die Übungsgeräte kosteten je 400 Euro. "Aber das war es uns wert", so Vorsitzender Jörg Jennerjahn. Künftige "Erste Hilfe"-Kurse werden gegen Gebühr um eine AED-Schulung ergänzt. Die Rettungsschwimmer wissen, dass sie mit ihrem Angebot ihrer Zeit noch voraus sind. "Aber spätestens in zwei Jahren wird der AED Bestandteil aller Kurse sein", sagt Stryj. Die Geräte finden immer mehr Verbreitung. Dass sich auf diese Weise die DLRG bei Schulungen in "Erste Hilfe" noch mehr engagieren kann, liegt auch im eigenem Interesse: Die Ausbilder selber erhalten nur eine geringe Aufwandsentschädigung. Der größte Teil der Seminargebühren fließt in neue Geräte und in die Schwimmausbildung junger DLRG-Mitglieder: "Diese müssen keinen Eintritt mehr ins Nenndorfer Hallenbad zahlen", erläutert Jennerjahn, "das übernehmen wir aus unserer Kasse". Der nächste "Erste Hilfe"-Kurs der Lauenauer DLRG beginnt am Dienstag, 6. November, um 19 Uhr im örtlichen Feuerwehr-Gerätehaus. Im Anschluss an das Seminar folgt auf Wunsch ein weiterer Abend, an dem der Umgang mit den neuen AED-Geräten trainiert wird. Das Seminar kostet 25 Euro; für den Zusatztermin werden weitere 5 Euro erbeten. Anmeldungen nimmt Michael Stryj unter (05043) 28 41 entgegen.

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