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Bürgermeister bestellt Rasenwalze für Wiese und ruft Bückeburger Polizei auf den Plan / Kreisjägermeister: "Sensibles Stück Erde"

Ausweichplatz: Nachbarn und Jäger fühlen sich in falsches Licht gesetzt

Hespe (jl). Einige Aussagen zum Thema Ausweichplatz während der Hauptversammlung des TSV Hespe haben mehrere Nachbarn des Sportgeländes aber auch andere in Harnisch gebracht. Sie wollen nicht als diejenigen gelten, die das Vorhaben im vergangenen Jahr vereitelt haben.

veröffentlicht am 12.03.2007 um 00:00 Uhr

Der Auftritt der großen Rasenwalze hat den Streit ausgelöst. Fot

Es geht, besser ging, um ein 50 mal 50 Meter großes Stück Wiese gegenüber vom Hesper Sportplatz. Dort tauchte am 12. Mai vergangenen Jahres eine große Walze auf, die einige Nachbarn sowie den Jagdpächter Michael Schnabel in Rage brachten. Am Rande der Wiese gab es einige heftige Wortwechsel zwischen den Genannten und Bürgermeister Werner Vehling, der - vereinfacht ausgedrückt - die Walze bestellt hatte, um einen Ausweichplatz für die Fußballer zu schaffen. Ruhe trat damals erst ein, nachdem ein Nachbar die Polizei in Bückeburg eingeschaltet hatte. Nach einem Telefonat mit den Ordnungshütern räumten der Bürgermeister und die Walze das Feld. Gespielt worden ist dort nie. Bei der Auseinandersetzung zwischen Bürgern und Jagdpächter auf der einen und dem Bürgermeister auf der anderen Seite geht es um die Frage, ob die Herrichtung des Stücks Wiese zum Ausweichplatz rechtens ist oder nicht. Tatsache ist, dass die gesamte Wiese zu einem Landschaftsschutzgebiet gehört. Eine Teillöschung oder ein Bauantragsverfahren für den Ausweichplatz seitens der Gemeinde Hespe hat es jedenfalls nicht gegeben, wie Klaus Heimann, der Pressesprecher des Landkreises, auf Anfrage bestätigte. Und ein Verfahren wegen der Nutzungsänderung wäre nach Meinung von Kreisjägermeister Heiner Stahlhut-Klipp auf jeden Fall Pflicht gewesen. Vehling vertritt dazu eine andere Auffassung (siehe Kasten). Nach den Worten von Stahlhut-Klipp ist die große Wiese am Mittellandkanal ein genauso sensibles Stück Erde wie der Ortsrand von Wiedensahl, weil beide zu einem großen Rotwildring gehören. Der Wiedensahler Rotwildwechsel hatte jedenfalls die Planung für die dortige Ortsumgehung kräftig durcheinander gebracht. Für den Kreisjägermeister wäre der Ausweichplatz ein "erheblicher Einschnitt in den Rotwildwechsel und in die Äsungsfläche", wie er bei einem Ortstermin mit den Nachbarn betonte. Jagdpächter Schnabel führt noch einen weiteren Grund an. Für ihn hätte der Platz sein Jagdrevier verkleinert und für die Jagdgenossenschaft weniger Einnahmen bedeutet, führte er im Pressegespräch an. Die Sportplatz-Nachbarn Bernd Oppermann und Ingo Bartsch fühlen sich ausdrücklich nicht als Sportplatz-Verhinderer. In ihren Augen wäre der Ausweichplatz unrechtmäßig gewesen, wie sie betonten. Auch Schnabel bewertete die Aktion am 12. Mai als "widerrechtlich". Oppermann legt noch auf eines Wert: "Ich möchte nicht den TSV beschädigen." Bartsch ist über "seinen" SPD-Bürgermeister dermaßen verärgert, dass er vor kurzem aus der Partei ausgetreten ist. Einen Ausweichplatz hält der Vater eines Fußball spielenden Sohnes auch für nötig. Die Vorschläge von Bartsch sind auch die des TSV-Vorsitzenden Reinhard Hagemeier (siehe Kasten). Ganz ist der 12. Mai 2006 für Nachbarn und Jäger noch nicht abgehakt: Sie fordern die Wiederherstellung des ursprünglichen Wiesenzustandes.



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