weather-image
14°
Gleichstellungsbeauftragte Ilona Glenewinkel will Dienstleistungsbörse in der Samtgemeinde ins Leben rufen

Austausch kann Nachbarschaft stärken

Bodenwerder. Hilfst Du mir beim Anbringen meiner Gardinen, lege ich mit Dir zusammen Gurken ein. Erklärst Du mir, wie mein E-Mail-Programm funktioniert, bügele ich Dir als Gegenleistung ein paar Hemden. Mähst Du meinen Rasen, stricke ich Dir ein paar dicke Wollsocken...

veröffentlicht am 02.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:49 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hausaufgabenhilfe gegen Obstbaumernte. Lampe anbringen gegen Fenster putzen. So oder ähnlich könnten die Angebote eines Nachbarschaftsprojektes lauten, das die Gleichstellungsbeauftragte Ilona Glenewinkel in der Samtgemeinde ins Leben rufen möchte. Am Sonntag wird sie mit einigen Unterstützerinnen im Foyer der „Wer kann was“-Messe im Schulzentrum unterwegs sein, Flyer verteilen und die Werbetrommel rühren für ein Projekt, das wertvolle Hilfe, aber auch inspirierenden Austausch bedeuten kann.

Unter dem Motto „Jung trifft alt“ fand im Rahmen der diesjährigen Frauenaktionswochen kürzlich ein erstes Treffen statt. Im Jugendzentrum „Klex“ konkretisierte Ilona Glenewinkel im Beisein einiger Interessierter das ins Auge gefasste Vorhaben. „Es soll um den Austausch von Dienstleistungen in kleinerem Umfang gehen – um Nachbarschaftshilfe eben.“ Weniger ist an den Tausch von materiellen Dingen (etwa Möbel, Kleidung) gedacht. Geld oder Parallelwährungen wie Punkte, Talente oder ähnliches sollen außen vor bleiben. „Wenn ich hier mitmache und gern meine Unterstützung anbiete, erwarte ich keine exakt errechnete Gegenleistung“, war in der Runde zu vernehmen. Angeregt wurde zudem, mittels eines Besuchsdienstes einsame Menschen aus ihrer Isolation zu holen. Oder Hobbykreise, etwa für gemeinsame Theater- oder Konzertbesuche, zu gründen.

Bedürfnisse und Hilfsangebote zunächst abzufragen und zu koordinieren, das hat sich die „Netzwerkerin“ Ilona Glenewinkel als nächsten Schritt vorgenommen. Außerdem sollen Vereine, Schulen, Verbände angesprochen und bei Interesse mit ins Boot geholt werden.

Im Aufbau derartiger „Plattformen“ hat die Gleichstellungsbeauftragte Erfahrung: Sie hat vor einigen Jahren die „Babysitter-Vermittlung“ ins Leben gerufen. Grundsätzlich solle gelten: Jeder „Austausch“ ist eine private Angelegenheit zwischen zwei oder mehreren Partnern. „Wir werden immer älter. Viele Alleinstehende wissen bei kleinen Problemen nicht, wie sie klarkommen können. Und hier könnte das Nachbarschaftsprojekt wertvolle Unterstützung sein“, ist die Gleichstellungsbeauftragte überzeugt. Daneben können der Austausch von Ideen, Erfahrungen und das Kennenlernen neuer Menschen unterschiedlicher Generationen ein persönlich gewinnbringender Aspekt für alle sein.

Fragen, Anregungen, Hilfegesuche oder Angebote? Kontaktaufnahme in Sachen Nachbarschaftsprojekt bitte unter

0 55 33/405-65. saw

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare