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Aber: 1. Klasse wird schon in diesem Sommer am Kammweg eingeschult / Zwei Gegenstimmen im Rat

Außenstelle wird im Sommer 2008 geschlossen

Obernkirchen (rnk). Die Außenstelle Krainhagen der Grundschule wird erst im nächsten Sommer geschlossen. Die in diesem Sommer erstmals zur Schule gehenden Kindern werden schon am Kammweg eingeschult. Das beschloss der Stadtrat vorgestern mehrheitlich, nur die beiden SPD-Ratsherren Thomas Mittmann und Karl-Heinz Struckmeier stimmten dagegen. Allerdings steht hinter diesem Ergebnis noch ein kleines Fragezeichen: Die Stadt hat bislang nur eine mündliche Zusage des Landkreis-Brandschützers, dass die wegen des mangelnden Brandschutzes gesetztes Frist verlängert wird.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 09:48 Uhr

Per Telefon hatte Bernhard Watermann als stellvertretender Verwaltungschef die Voraussetzungen für diese Fristverlängerung übermitelt bekommen: Alle Klassenfenster in der Außenstelle müssen von Innen zu öffnen sein, ein Fenster pro Klasse wird als Fluchtweg ausgewiesen, das Lehrpersonal wird von der Feuerwehr eingewiesen, Rauchmelder werden in den Klassen und Fluren angebracht. Mittmann, zugleich Ortsbürgermeister von Krainhagen, wollte nach eigenen Angaben eigentlich aufstehen und gehen, wenn über das (längst besiegelte) Schicksal der Außenstelle beraten werde, blieb aber doch und verwies darauf, was der Ort in den letzten Jahren alles verloren habe: Sparkasse, Post, Lebensmittelladen - undjetzt noch die Schule. SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Mevert wies auf die Schülerzahlen hin: "Die Zahlen belegen, dass wir die Schule nicht brauchen." Das klang lange Jahre ganz anders, beschwerte sich Angela Beckmann, SPD-Ortsratsmitglied in Krainhagen, später in der Einwohnerfragstunde. Sie bezichtigte Bürgermeister Oliver Schäfer und die SPD-Fraktion der Lüge: "Warum gelten die Wahlaussagen von Schäfer und der SPD nicht mehr?" Schäfer bleib die Antwort nicht schuldig: "Die SPD war doch die einzige Partei, die dafür gesorgt hat, dass es die Außenstelle noch gibt." Nach der Wahl seien "zum ersten Mal" alle Zahlen auf den Tisch gekommen, "zum ersten Mal ist das ganze Investitionsvolumen deutlich geworden." Fast 400 000 Euro, so hatten grobe Schätzungen ergeben, müssten in die Außenstelle investiert werden. Schäfer verwies auf seinen Besuch der letzten Ortsratssitzung, auf der er aufgefordert habe, über andere Nutzungen nachzudenken, um einen Leerstand zu vermeiden: "Von Euch ist in drei Monaten nichts gekommen." Schäfer hatte zu Beginn der Sitzung die Antwort der Kommunalaufsicht zum "Umlaufbeschluss" des Ortsrates verlesen (unsere Zeitung berichtete), und erklärt, er habe danach in einem Schreiben an Ortsbürgermeister Mittmann betont, ihm liege an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Eine Antwort habe er nicht erhalten. Mittmanns Antwort: Eine Woche Zeit habe dafür nicht ausgereicht. Den ersten Angriff von Mittmann, so sagte Schäfer, habe er noch "hingenommen: Das war Frust und Zorn." Der zweite dagegen, der "Umlaufbeschluss", sei nicht mehr angemessen gewesen - im Ton schon gar nicht." Schäfer wurde deutlich: "Bei aller Parteizugehörigkeit: so nicht." Er sei mitsamt der Verwaltung "auf übelste angegriffen worden". Auch CDU-Fraktionsvorsitzende Beate Krantz nahm Schäfer in Schutz. "Den neuen Bürgermeister so an den Karren zu fahren, das war nicht in Ordnung", sprach sie Mevert direkt an. Der Hintergrund: Bei der Verfassung des "Umlagebeschlüsse" hatten Mitglieder des SPD-Präsidiums mitgeholfen. Krantz formulierte, was sich durch alle Reden zu diesem Themazog: "Nicht mehr in der Vergangenheit wühlen, sondern nach vorne blicken." Krantz plädierte vehement dafür, das durch die Schließung der Außenstelle eingesparte Geld nicht im Stadtsäckel verschwinden zu lassen, sondern dem seit Jahren immer wieder reduzierten Schulbudget zuzuschlagen,. So seidas Dach der Sporthalle dringend sanierungsbedürftig, seien Stühle nicht mehr kindgerecht, fehle es an Mobiliar- Krantz forderte erneut, dass bessere Bedingungen an der Schule am Kammweg zu schaffen seien - nicht nur äußerlich. Thomas Stübke plädierte für die Gruppe Grüne/WIR dafür, das eingesparte Geld in Sozialarbeiter und die Ganztagsschule zu investieren, zudem müsse über ein sonderpädagogisches Grundversorgungskonzept nachgedacht werden. Schäfer erklärte, er werde prüfen lassen, ob die Außenstelle dann für die komplette Hortbetreuung genutzt werden kann. Dann gebe es für die notwendigen Baumaßnahmen vielleicht Zuschüsse.

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