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Eltern haben schon abgestimmt: Von 20 Kindern in Uchtdorf besuchen 13 den Kindergarten in Exten

Ausschuss: Spielkreis in Uchtdorf schließen

Uchtdorf (wm). Der Spielkreis Uchtdorf, den zurzeit vier Kinder besuchen, die von zwei Mitarbeiterinnen betreut werden - fast schon eine familiäre Situation - soll zum Ende dieses Jahres geschlossen werden. Rund 9300 Euro kostet derzeit jedes Kind den Steuerzahler. Der Sozialausschuss hat am Dienstagabend diese Entscheidung mit knapper Mehrheit gefällt: drei Enthaltungen der CDU/FDP, eine Gegenstimme der WGS, fünf Stimmen für die Schließung von SPD und Grünen.

veröffentlicht am 01.11.2007 um 00:00 Uhr

Vier Kinder kommen noch zum Spielkreis in Uchtdorf - eine fast f

Eine gute Stunde lang diskutierten die Politiker das Für und Wider. Für die Uchtdorfer kam Dieter Schroll zu Wort. Er schilderte dem Ausschuss, Ortsratsmitglieder seien "Klinken putzen" gegangen und hätten Eltern überzeugt, ihre Kinder in den Spielkreis zu schicken: Neun Kinder könnten es im nächsten Jahr werden. Nachfragen von Ausschussmitgliedern ergaben: Es bleibt ein Fragezeichen hinter dieser Zahl. Vehemente Verfechterin für den Erhalt des Spielkreises war Antje Rinne, die ihren Kolleginnen und Kollegen vorrechnete, Uchtdorf hätte eine Chance, wenn man den Spielkreis in einen Kindergarten umwandeln würde. Außerdem müssten die Öffnungszeiten erweitert werden, denn 8 bis 12 Uhr sei für Eltern nicht mehr attraktiv. Erster Stadtrat Jörg Schröder hielt dem entgegen: Eine Umwandlung in einen Kindergarten würde die Kosten vervielfachen, weil hier andere Standards gelten als für einen Kinderspielkreis, das gelte für das Raumangebot wie für das Personal. Und bisher sei von Eltern aus Uchtdorf noch keine einziges Mal der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten an die Verwaltung herangetragen worden. Schröder: "Sonst hätten wir sicher reagiert - wie in anderen Kindergärten auch." Wichtigstes Argument für Klaus Wißmann (SPD) wie Ursula Helmhold (Grüne), das gegen einen Weiterbestand des Spielkreises spreche: Die Eltern hätten längst mit den Füßen abgestimmt. Denn von den derzeit 20 Kindern in Uchtdorf gingen 13 in den Kindergarten in Exten und das aus nachvollziehbaren Gründen: Das pädagogische Angebot sei im Kindergarten allein durch Ausstattung und Konzeption besser, und hier würden Kinder zusammen spielen, die später auch gemeinsam in die Schule gingen. Ebenfalls ein nicht zu lösendes Problem, ergab die Diskussion: Auch andere Kindergärten sind nicht ausgelastet, deshalb ergibt es keinen Sinn, Kinder nach Uchtdorf abzuwerben. Auch in Exten wechseln 2009 viele Kinder in die Schule, damit werden Plätze für weitere Betreuungsangebote frei. Für Dagmar König (CDU) auch eine Frage der Gerechtigkeit: "Den Luxus einer kleinen Gruppe können wir nicht allen Kindern bieten." Spreche sich herum, mit welchen Summen die Stadt den Uchtdorfer Spielkreis subventioniert, könnte das "Begehrlichkeiten" wecken. Für Ursula Helmhold eine der ersten spürbaren Auswirkungen des demographischen Wandels: "Wir werden in Zukunft noch öfters solche Fragen diskutieren müssen." Paul-Egon Mense (FDP) hatte einen Kompromiss vorgeschlagen: Für ein Übergangsjahr den Spielkreis noch bestehen zu lassen, um zu sehen "wie sich das entwickelt".

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