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Zweifel: Lässt sich Stadthäger Modell erfolgreich auf Rinteln übertragen?

Ausschuss einstimmig für IGS: "Wir machen uns nicht beliebt"

Rinteln (crs). Einstimmig hat der Schulausschuss am Montagabend den Wunsch nach einer IGS in Rinteln bekräftigt. Der Landkreis soll beauftragt werden, die Voraussetzungen spätestens zum 1. August 2009 zu schaffen, und wird gebeten, eine Befragung der Eltern aus Rinteln, Bückeburg, Eilsen und Auetal durchzuführen. Das endgültige Votum obliegt dem Stadtrat am 25. September.

veröffentlicht am 10.09.2008 um 00:00 Uhr

Das Interesse an einer IGS in Rinteln ist groß. Das stellten auch die rund dreißig Eltern und Kinder unter Beweis, die zu der üblicherweise spärlich besuchten Sitzung gekommen waren. Im Ausschuss-Votum spiegelte sich diese Einigkeit wider - auch wenn zuvor einige Punkte kontrovers diskutiert wurden. So bezweifelten Gert Armin Neuhäuser (WGS) und Barbara Leibelt-Menzel (CDU), dass sich das in Stadthagen so erfolgreiche IGS-Modell eins zu eins auf Rinteln übertragen lasse: "Das war ein Vorreiterprojekt zu einer anderen Zeit, das kann man nicht klonen", gab Neuhäuser zu bedenken. Leibelt-Menzel stimmte ihm in dieser Einschätzung zu und bekannte, die CDU-Fraktion habe beim Thema IGS "lange Bauchschmerzen" gehabt. Sie begründete dies auch mit Zahlen: Zwar hätten 235 Rintelner Eltern in der Landkreis-Umfrage Interesse an einer IGS bekundet - "aber zwei Drittel der Eltern wollen hier keine IGS, das muss man auch sehen". Daher müsse das schulische Angebot in Rinteln auch nach Einrichtung einer IGS breit genug sein, um den Bildungsauftrag insgesamt zu erfüllen. Als "unredlich" kritisierte Neuhäuser zudem, dass SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann Anfang Juli im Kreistag dem Antrag zur Errichtung von Gesamtschulen in Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg zugestimmt hatte - und nur fünf Tage später einen eigenen Antrag auf Errichtung einer IGS in Rinteln stellte. Wißmann müsse sich der Frage stellen, wieso er die berechtigten Rintelner Interessen nicht bereits im Kreistag vertreten habe: "Ein Änderungsantrag auf Einrichtung einer IGS in Rinteln wäre sicherlich wichtiger und glaubwürdiger gewesen." Auf Eile drängte Nina Weißer (Grüne): Sobald der Antrag für eine IGS in Obernkirchen positiv beschieden sei, "haben wir in Rinteln überhaupt keine Chance mehr, dann ist auch die Umfrage obsolet". Mit ihrem Antrag, im Beschlussvorschlag statt des Wortes "beantragt" die Formulierung "schlägt vor" zu wählen und damit auf eine etwas sanftere Weise mit dem IGS-Wunsch an den Landkreis heranzutreten, scheiterte Weißer jedoch. Die Ausschussmehrheit folgte der Auffassung von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, der zuvor betont hatte, mit dem Antrag Farbe bekennen zu wollen: "Wir machen uns damit nicht beliebt - aber wir wollen die IGS, und dafür sollten wir auch offen eintreten."

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