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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Radener / Grabschändungen geleugnet - vom Komplizen belastet

Ausländische Imbisse beschossen: Geständnis

Auetal (rnk). Die Staatsanwaltschaft Bückeburg wird Anklage gegen einen 18-jährigen Radener erheben, der sich wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten muss. Der 18-Jährige, der dem politisch rechten Lager zugerechnet wird, soll mit einem 25-jährigen Komplizen mit einer Zwille und Schraubenmuttern Anschläge aufzwei ausländische Imbisse und einen Pkw ausgeführt haben.

veröffentlicht am 06.04.2006 um 00:00 Uhr

Der 25-Jährige muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten, ihm werden aber nur die beiden Anschläge auf die Imbisse vorgeworfen. Am 9. Dezember letzten Jahres sollen der Auetaler und der 25-Jährige, der in der Nähe von Steinhude wohnen soll und einschlägig vorbestraft ist, mit einem Pkw durch den Landkreis gefahren sein. Dabei sollen sie mit einer Zwille und Schraubenmuttern in Rehren auf das Auto eines Deutsch-Russen, in Rodenberg auf der Langen Straße auf ein türkisches Restaurant und in Bad Nenndorf auf ein italienisches Bistro geschossen haben (wir berichteten). Der Radener, der nach einer spektakulären morgendli chen Razzia verhört wurde, hatte dabei gegenüber den Beamten des Staatsschutzes der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg die Anschläge mit der Zwille eingeräumt. Tenor: Er sei im Auetal losgefahren und habe sich unterwegs mit dem 25-Jährigen getroffen. Ob der 25-Jährige von den Anschlägen vorher gewusst hat, ob er beteiligt war, das muss in der Hauptverhandlung geklärt werden. Es bestehe aber gegen beide "hinreichender Tatverdacht", hieß es gestern aus den Reihen der Staatsanwaltschaft. Gegenüber den Polizeibeamten soll der 25-Jährige aber bestritten habe, vorher von den Anschlägen gewusst zu haben. Strikt geleugnet hat nach Informationen unser Zeitung der Radener, an den Schändungen des Jüdischen Friedhofes in Hattendorf im November letzten Jahres beteiligt gewesen zu sein. Die Ruhestätte war mit diversen Hakenkreuzen beschmiert worden. In den Reihen der Staatsanwaltschaft Bückeburg ist man dennoch recht optimistisch, eine Verurteilung zu erreichen: Es liegt ein Geständnis eines Dritten vor, der an den Schmierereien beteiligt war. Und der belastet den 18-Jährigen. Die Verhandlung von der Bückeburger Staatsanwaltschaft als "eilig" eingestuft und wird auf eine "vorangige Terminierung" gedrängt. Ein Termin steht aber noch nicht fest.

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