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Zehn Schüler bei Projekttag zu Rechtsextremismus und Rassismus im Jugendzentrum

Ausgegrenzt "fühlt man sich grottenschlecht"

Bad Nenndorf (tes). Das "Bündnis gegen Rechtsextremismus" hat im Rahmen der Aktion "Bad Nenndorf ist bunt" zusammen mit der Friedrich Ebert Stiftung und den Referenten Ramona Schultz und Micha Grünwald vom Verein "SozialeZone" aus Lüneburg Jugendliche zu einem Projekttag ins Jugendzentrum eingeladen. Die Themen: Rechtsextremismus und Rassismus. Gekommen sind neun Schüler und eine Schülerin, die für ein demokratisches Miteinander ohne Diskriminierung eintreten.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:57 Uhr

Klauen Polen Autos und Arbeit? Sind Türken gastfreundlich aber frauenfeindlich? Und die Deutschen fleißig, arbeitslos und rechtsextrem? Wer an diese Vorurteile glaubt, ist schon in die Rassismusfalle getappt. Ausgegrenzt wurde beim ganztägigen Workshop dieser bunt zusammengewürfelten Gruppe aus der gesamten Region niemand. Dennochwollten die Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren wissen, was es heißt, Außenseiter zu sein und wie es gelingt, Opfern zu helfen. Die zehn Teilnehmer erarbeiteten vielüber Rechtsextremismus und berichteten von ihren Erfahrungen mit Diskriminierung. Ausgrenzung treffe längst nicht nur Ausländer, sondern jeden, der irgendwie anders erscheint. Sei es als "Streber" oder aufgrund einer Behinderung. "Oft reichen schon die kleinsten Dinge", hat Christoph Bärwinkel am eigenen Leib erfahren, "dann fühlt man sich grottenschlecht." In Rollenspielen wurden verschiedene Perspektiven ausprobiert. Wie fühlt es sich an, als Ausländer an der Tür zur Disko abgewiesen zu werden? Was kann man als Zuschauer tun? Anhand von Beispielen lernten die Jugendlichen, Vorurteile und Rassismus im Alltag zu erkennen und couragiert zu reagieren. "Narrenfreiheit" dürfe es für keinen geben, berichtete ein Nenndorfer Gymnasiast von den Erfahrungen seines Freundes an einer kombinierten Haupt- und Realschule. Dieser sei von Mitschülern türkischer Herkunft "bedroht und abgezogen" worden. "Wenn er zu den Lehrern geht, ist er der Rechtsextremist", schilderte der 17-Jährige das Dilemma. Dem setzte KGS-Schüler Lennart Busmann ein positives Beispiel eintgegen: "Bei uns handeln die Lehrer sofort: Wer pöbelt, bekommt sofort die Abmahnung."



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