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Bauhof benötigt neuen Unimog für 158 000 Euro / Priemer: "Zeiten, als man noch 'ne Schraube reingedreht hat, vorbei"

Ausgaben bis zum gerade noch vertretbaren Maß gekürzt

Auetal (rnk). Der Bauhof und seine Ausrüstung standen im Mittelpunkt der Haushaltsberatungen im Umwelt- und Bauausschuss. Denn in diesem Jahr muss die Gemeinde für ihn tief in die Tasche greifen: 158 000 Euro finden sich im Vermögenshaushalt, von denen der größte Teil für den Ersatz des Unimogs benötigt wird: Die Verwaltung rechnet mit 120 000 Euro für den Kauf eines neuen Fahrzeuges.

veröffentlicht am 06.02.2007 um 00:00 Uhr

Die Zeiten, in denen man einfach "noch 'ne Schraube reingedreht" hat und der Unimog läuft dann wieder, diese Zeiten seien vorbei, hatte Bürgermeister Thoms Priemer recht bildhaft den Politikern vor Augen geführt. Und damit das gute Stück beim letzten Mal noch den TÜV überstehen konnte, habe man 12 000 Euro investieren müssen - für den TÜV, wiederholte Priemer. Immerhin sei der Unimog im nächsten Jahr 20 Jahre alt, da sei es Zeit für eine Neuanschaffung. Deutlich geringer fällt der Kauf einer landwirtschaftlichen Zugmaschine mit Mähbalken und Schlegelmäher aus: 20 000 Euro stehen dafür im Haushalt. Die Hälfte kostet die Ersatzbeschaffung für einen gebrauchten Streuer. Die große Linie hatte zuvor Kämmerer Karl-Heinz Büthe vorgegeben. Habe man vor drei Jahren noch 280 000 Euro aus dem Vermögenshaushalt ausgegeben, so sei jetzt die Obergrenze im Verwaltungshaushalt bei 190 000 Euro. Ergänzte Priemer: Wenn was Unvorhergesehenes passiere, muss sich der Rat eben mit außerplanmäßigen Ausgaben befassen. Grundsätzlich, so Büthe und Priemer, seien seitens der Verwaltung Kürzungen "auf das gerade noch vertretbare Maß zur ordnungsgemäßen Aufgabenerfüllung vorgenommen worden". Spielräume seien kaum mehr vorhanden, eine Regulierung könne nur noch im Rahmen der Prioritätenliste vorgenommen werden. Diese Liste sieht auf den ersten Plätzen nur Bauunterhaltungen: Für alle Kindergärten (für jeweils 200 Euro müssen Türöffner geändert werden) das Freibad (1200 Euro für eine neue Kreiselpumpe) jeweils 1000 Euro für den Wanderweg zwischen Schützenhaus Hattendorf und dem Rehrener Mühlenhof sowie dem Weg zwischen Schützenhaus und dem Haus Treviranus, dazu kommen 6000 Euro für die Gehwegsanierung im ersten Bauabschnitt zwischen Münchhausen- und Lönsstraße in Rehren. Ergibt in der Summe 10 000 Euro. In der zweiten Prioritätsstufe, die immer noch unter ,zwingend erforderlich' eingestuft ist, finden sich 3000 Euro für die Beckenkopfsanierung im Freibad, 1500 Euro für den Anschluss der Fallrohre des Dorfgemeinschaftshauses Borstel an die Kanalisation, die gleiche Summe steht für die Neugestaltung des Friedhofes Wiersen bereit, 2500 Euro wird die Erneuerung der Regenwasser-Abflüsse am Heimatmuseum vor der alten Schmiede kosten. 10 000 Euro stehen für die Entwicklung eines Regionalkonzeptes für Rehren bereit, 16 000 Euro dürfen für die Unterhaltung der Gemeindestraßen durch den Bauhof ausgegeben werden. Unter dem berühmten Strich ergeben sich dann 49850 Euro Ausgaben in der Priorität zwei. Priorität drei beendet den Katalog der zwingend erforderlichen Maßnahmen, die die Gemeinden immer noch fast 30 000 Euro kosten werden. Sie reichen vomÖffnen des Grabens am Hülsenbrink (2500 Euro) über Mäharbeiten an Gemeindestraßen (4000 Euro), die Erneuerung und Überarbeitung von Spielgeräten (1000 Euro) bis zur Unterhaltung von Wasserläufen in Kathrinhagen (7000 Euro). Auf der bis zehn reichenden (verschiebbaren) Prioritätenliste findet sich dann keine Maßnahme mehr. Dort wird eine Summe ausgewiesen, die bei den Ausgaben jeden Kämmerer glücklich macht: 0,00 Euro.

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