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"Sanda": In China ein beliebter Vollkontakt-Kampfsport / Zwei Stadthäger fliegen nach Asien - und bilden sich dort weiter

Ausdauer, Reaktionsvermögen und Taktik sind gefragt

Stadthagen (rd). Dengfeng im Norden Chinas ist das "Mekka" des Sanda Kung Fu, nirgendwo sonst werden so viele Sanda-Fighter und -Champions "produziert" wie hier. Zu ihnen gehören auch Bernd Höhle und Kim Koller vom Golden Dragon Kampfkunstcenter Stadthagen.

veröffentlicht am 09.09.2008 um 00:00 Uhr

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Sanda ist ein chinesischer Vollkontakt-Kampfsport, welcher aus dem klassischen Kung Fu-Kämpfen (Leitai- Kämpfen ) entstammte. Übersetzt heißt Sanda "Freikampf". Mit dem Begriff Leitai ist die erhöhte Kampffläche gemeint, welche auch beim modernen Sanda wiederzufinden ist. Das offene Regelwerk des Sanda erlaubt einen sportlichen Leistungsvergleich, da es ein Höchstmaß an Schutz vor Verletzungen bietet. Zugleich macht die Fülle von Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten einen chinesischen Vollkontakt-Kampf besonders abwechslungsreich und spannend. Sanda gehört seit diesem Jahr offiziell zu den olympischen Disziplinen. Beim Sanda sind sämtliche Fußtechniken und Faustschläge, auch Fußfeger und Low-Kicks, erlaubt. Eine Besonderheit ist das Werfen des Gegners auf den Boden oder sogar von der Kampffläche. Bestandteil des Sanda sind Schläge (Da), Tritte (Ti), Würfe (Shuai), Hebel und Festhaltetechniken (Na). Aufgrund der Symbiose dieser Techniken zu einen offensiven wirkungsvollen Nahkampfsystem wird Sanda auch vom chinesischen Militär eingesetzt. Bernd Höhle und Kim Koller trainierten im "Shaolin monastery Wushu Institute at Tagou" bei Meister Xian Fu Sanda unter der Autorität der Chinese Wushu Association. Meister Xian Fu ist ehemaliger Sanda Champion, erüberzeugt durch enorme Explosivität und Härte. Beim Sanda wird nicht nur körperliche Kraft und Geschmeidigkeit trainiert, sondern auch Reaktionsvermögen, Koordination, Ausdauer, Strategie und Taktik. Neben Power Kicks wurden insbesondere die Takedowns und deren Kontermöglichkeiten vordergründig intensiv trainiert. Höhle und Koller besuchten mit Sondergenehmigung der Schulleitung auch die abgeschotteten Top Sanda Gruppen des Institute sowie das Frauen Sanda-Training. Diese trainierten mit extremer Härte und Willensstärke. Meister Xian Fu nahm Bernd Höhle vor über zehn Jahren als Schüler an. Seitdem trainiert Höhle bei fast jeden China-Aufenthalt bei ihm.

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