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Integrationsbeirat informiert sichüber Projekt

"Ausbildungspaten" helfen in den Beruf

Stadthagen/Hannover (web). Der Integrationsbeirat hat sich während seiner Sitzung in der Aksa-Moschee mit dem Thema "Jugendliche zwischen Schule und Beruf" befasst. Rotraud Becker, Rektorin der Schule Am Schlosspark, Anja Wischhöfer, Leiterin des "Vielvölkerstammtisches", und Michaela Neumann vom JobCenter informierten die Anwesenden über die aktuelle Lage in Stadthagen. Dieter Dorn vom Freiwilligenzentrum in Hannover berichtete über das Projekt "Ausbildungspaten".

veröffentlicht am 17.03.2007 um 00:00 Uhr

20 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund verließen die Hauptschule ohne Abschluss. Lediglich 5,6 Prozent von ihnen erhielten nach dem Hauptschulabschluss Ausbildungsplätze. Über 50 Prozent aller Absolventen würden zunächst in der "Warteschleife" landen und bis zu 30 % der Ausbildungsverträge würden vorzeitig aufgelöst. Diese Zahlen zitierte Jürgen Lingner, Vorsitzender des Integrationsbeirates, aus dem Bildungsbericht 2006 "Bildung in Deutschland". "Die Jugendlichen geben bei der Ausbildungssuche zu schnell auf", bestätigte Becker dieses Bild. Häufig würden sie ihre eigenen Fähigkeiten falsch einschätzen. Sie habe beobachtet, dass die meisten Hauptschulabsolventen einen Arbeitsplatz im Büro anstrebten, keiner wolle dagegen im Handwerk tätig sein. Probleme bei der Bewerbung gebe es auch oft durch unzureichende schulische Leistungen. Sie vermisse das Interesse von Seiten der Eltern, insbesondere derer mit Migrationshintergrund. Diese Aussage deckte sich mit Wischhöfers Beobachtungen beim schulinternen "Vielvölkerstammtisch", der sich mit Themen wie dem Verhalten der Schüler, der Sprachförderung und der Verbesserung der Ausbildungschancen befasst. Lediglich einige Eltern aus dem türkischen Kulturkreis würden daran teilnehmen, viele kämen gar nicht. Neumann stellte unterschiedliche Maßnahmen des Job-Centers zur Förderung von Jugendlichen vor, darunter unter anderem das Integrationszentrum, schulbegleitende Hilfen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sowie die Jugendwerkstätten. Über das Projekt "Ausbildungspaten" des Freiwilligenzentrums Hannover berichtete Dorn. Mehr als 40 Freiwillige würden zurzeit 60 Jugendliche - davon die Hälfte mit Migrationshintergrund - auf dem Weg in eine berufliche Ausbildung begleiten. Aufgaben der Paten seien die Entwicklung von Ausbildungsperspektiven sowie die Unterstützung der Jugendlichen in der Erreichung ihrer Ziele. Dazu würden die Paten gemeinsam mit ihren "Schützlingen" Workshops für Kommunikation und Bewerbungstraining besuchen, zusätzlich Praktikums- und Arbeitsplätze akquirieren und die Jugendlichen auf Wunsch durch die ganze Ausbildungszeit begleiten. Acht Jugendliche seien mittlerweile in eine Ausbildungvermittelt worden, informierte Dorn. Die "Ausbildungspaten" seien ein interessantes Projekt für den Integrationsbeirat. "Wir sollten in diese Richtung gehen", sagte Lingner.



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