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Maßnahme als Chance begreifen

Ausbau der Bahnstrecke ist richtig

Im Entwurf für die Neufassung des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) hat sich der Kreistag dem Artikel nach für den Ausbau der Gesamtstrecke Elze-Hameln-Löhne ausgesprochen. Richtig so!

veröffentlicht am 30.03.2020 um 23:14 Uhr

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Zu: „Bahnausbau-Gegner nehmen Stellung“, vom 18. März


Eine Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Ost-West-Achse unseres Landkreises ist ohne diese Maßnahme nicht zu machen. Für die Einrichtung der gewünschten Haltepunkte Hameln-Süntelstraße und Fischbeck ist eine Wiederherstellung der Zweigleisigkeit sowie Elektrifizierung unerlässlich.

Dies alles kann die BI Transit jedoch nicht erschüttern. Im Gegenteil: Es wird einfach behauptet, dass die Bevölkerung erhebliche Bedenken hat! Worauf stützt sich denn diese steile These? Sind damit etwa die 24 000 Unterschriften gemeint, die die BI 2015 dem Bundestag übergeben hat? Diese Unterschriften wurden seinerzeit unter den Eindrücken des „Planfall 33“ geleistet, der in seiner ursprünglichen Form ja gar nicht mehr verfolgt wird. Zu dieser Zeit waren in den lokalen Medien fast ausschließlich Schlagzeilen zu lesen wie zum Beispiel „160 Güterzüge am Tag“, „Dauerstau am Bahnübergang“ und „die Region hat nichts davon“. Es wurden lediglich die BI-Thesen bedient. Gegenargumente fand man allenfalls auf der Leserbriefseite.

Zum Glück ist die Berichterstattung heute wesentlich differenzierter und damit eine objektive Meinungsbildung im Gegensatz zu damals möglich. Ich habe daher erhebliche Zweifel, dass unter den aktuellen Umständen eine vergleichbare Unterschriftenzahl auch nur ansatzweise zusammenkäme. Sich darauf heute noch zu stützen, ist schon gewagt. Außerdem ist beim Thema Lärmschutz inzwischen einiges auf den Weg gebracht worden: Das Lärmsanierungsprogramm der DB beinhaltet den zeitnahen Bau diverser Lärmschutzwände auch im Landkreis Hameln-Pyrmont, und zwar ohne irgendeine gesetzliche Verpflichtung. Außerdem sind die alten Grauguss-Bremsbeläge, die einen Großteil des Lärms verursachen, ab 2021 deutschlandweit verboten. Hiermit lässt sich eine Lärmreduktion um 10dB (etwa 50 Prozent) erreichen. Immer mehr Eisenbahnverkehrsunternehmen beschaffen inzwischen sogenannte Zweikraftloks, die mit Elektromotor angetrieben werden, aber den Strom bei fehlender Oberleitung auch mit einem integrierten Dieselaggregat erzeugen können.

Allein DB Cargo hat bereits 2019 einen Rahmenvertrag über 400 solcher Loks ausgeschrieben. Der Güterverkehr auf der Weserbahn wird also zunehmen, sogar ohne Elektrifizierung. Wir müssen die im BVWP geplanten Infrastrukturverbesserungen daher als Chance begreifen, um damit die oben genannte Angebotsverbesserungen im SPNV beim Land einzufordern. Ohne die Millionen vom Bund, die dieser für die Einrichtung der Güterverkehrsumleitung über Elze-Hameln investieren will, wären diese Maßnahmen nämlich rein für den SPNV gar nicht zu finanzieren.



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