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Bewegendes Konzert in der Bad Eilser Christuskirche / Im Jahr 2008 gibt's erneut ein Wiedersehen

Aus Stocks Panflöte perlen die Töne wie Sekt

Bad Eilsen (sig). Das ist ein Mann, der in sich ruht, ein Mensch mit Ausstrahlung und Wärme im Umgang mit Anderen und mit Souveränität beim Handhaben seiner Panflöten: Frederick Stock gehört zu den Stilisten jener Klangform, die Sehnsucht, Lebensfreude und zugleich Geborgenheit ausstrahlt.

veröffentlicht am 09.11.2007 um 00:00 Uhr

Frederick Stock mit der größten Panflöte, die er für seinen Eils

Wer sich seinen jüngsten Auftritt und den der Organistin Janina Seidenberg in der Christuskirche entgehen ließ, hat ein nachhaltiges musikalisches Erlebnis verpasst. Zuweilen bemächtigte sich den Zuhörern das Gefühl, sie würden ein Stück von dieser Welt entrückt, so als wären ihre Gedanken mit den Tönen unterwegs auf einer Reise mit unbekanntem Ziel. Es ist nicht allein die Perfektion im Umgang mit jenem Instrument, das seinen Namen dem Hirtengott Pan verdankt, sondern es ist auch jener in den dunklen Tönen fast mystisch-rauchige Klang, der diese Stimmung herbeizaubert. Selbst die Perlen der Klassik erhalten durch die Panflöte eine ganz eigene Färbung. Die Kombination Panflöte-Orgel ist wie geschaffen für ein geistliches Konzert, in dem sich Klassik, Klezmer, Gospel und Meditationsmusik abwechseln. Frederick Stock und Janina Seidenberg kommen bereits seitüber einem Jahrzehnt nach Bad Eilsen. Und sie fühlen sich hier wohl, wie beide bestätigten. Auch, wenn die Kirche diesmal hätte weitaus voller sein können. Pastor Reiner Rinne, der die Besucher begrüßte, sagte später, dass es 2008 ein Wiedersehen mit dem Duo geben wird, dann voraussichtlichim Sommer und an einem Sonntag. "Sie wollen dafür sorgen, dass es kein grauer Novembertag bleibt, und uns mit ihren Klängen verzaubern, so dass unsere Seele in die Weite fliegt", lautete die Erwartung des Eilser Seelsorgers. Stock ließ die Aussage folgen: "Alles, was man singen kann, lässt sich auf der Panflöte spielen. In Rumänien spricht man deshalb vom Panflötensänger. Wir wollen unsere Seele und die Sinne weiten für den, der uns alle in Händen hält." Es waren kompositorische Meisterklänge, die das Duo aus Osnabrück für das Konzert ausgesucht hatte: das "Largo" von Georg Friedrich Händel, "Air" und das "Ave Maria" von Johann Sebastian Bach, das "Präludium" von Arcangelo Corelli, Gospels aus Harlem und der uralte irische Reisesegen "May the road rise to meet you". Dazu kamenrhythmisch deutlich stärker akzentuierte Kletzmer-Klänge. Eine dieser Melodien südosteuropäischer Juden verkündet die Aufforderung "Lacht und singt und tanzt!" Ein Beispiel purer Lebensfreude von Menschen, die es nicht immer leicht hatten in den Ländern fern ihrer eigentlichen Heimat.. Stock spielte auch eine Hirtenweise aus Rumänien, der Heimat der Panflöte, die aus einer Reihe unterschiedlich langer Holzröhrchen besteht. Meistens sind sie aus Bambus. Das größte Instrument, das der Meister in die Hand nahm, wog fünf Pfund. Erstaunlich, wie Stock es schafft, die zu jedem Stück passende Stimmung zu erzeugen. Ob es die Sehnsucht nach Liebe war oder das Fernweh der Hirten, die mit ihren Schafen große Weiten durchstreifen, ob es um Dankbarkeit, Gottesanbetung und Meditation ging - alles drückte das Duo in den von ihm arrangierten Musiktiteln aus. Wenn es sein sollte, perlten die Töne auch wie Sekt aus den Panflöten. Es herrschte Stille, wo sie angebracht war, und es gab auch zur rechten Zeit den verdienten Applaus.



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