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Mitarbeiter könnten mit umziehen / Herstellung in Rinteln "nicht mehr rentabel"

Aus nach 60 Jahren: Stralfors verlegt Rintelner Produktion in die Schweiz

Rinteln (wm). Es war seit Wochen ein Gerücht, jetzt ist es konkret: Die Stralfors GmbH im Emerten 11, Spezialist für selbstklebende Etiketten und Etikettiersysteme, schließt und verlegt die Rintelner Produktion in die Schweiz, nach Aesch in der Nähe von Basel - voraussichtlich zu Beginn nächsten Jahres, der Termin stehe aber noch nicht genau fest, teilte Werksleiter Fritz Otto Kirchhoff gestern auf Anfrage mit.

veröffentlicht am 17.10.2006 um 00:00 Uhr

Ungeklärt ist, was aus der Immobilie im Emerten wird - sie gehör

Als Grund dafür nannte Kirchhoff, der Rintelner Betrieb habe "keine annehmbare Rentabilität" erzielt und das trotz wiederholter struktureller Änderungen, einem Personalabbau sowie Investitionen in neue Technologien. 32 Mitarbeiter sind von der Werksschließung betroffen, allen, so Kirchhoff, sei ein Angebot gemacht worden, mit in die Schweiz umzuziehen, da die dortige Stralfors AG noch Mitarbeiter in der Produktion suche. Stralfors-Betriebsratsvorsitzender Andreas von Trebra schilderte, er sei erst am Freitagabendüber die definitive Schließung des Betriebes informiert worden. Gerüchte habe es schon vorher gegeben - aber eben nur Gerüchte. Der Betriebsrat wolle sich zunächst über die rechtliche Situation informieren, danach weitere Schritte beraten. Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz hat sich heute Morgen zu einem Gespräch bei der Stralfors-Geschäftsführung angemeldet. Aus Insider-Kreisen war zu hören, nicht die technische Abwicklung im Druckbereich sei das Problem in Rinteln, sondern der Vertrieb, dem es nicht mehr gelungen sei, lukrative Aufträge in die Weserstadt zu holen. Ältere Mitarbeiter hätte man zudem gehen lassen - die wiederum Kunden abgeworben und mitgenommen hätten. Walter Stoff hatte 1946 im Industriegebiet Süd die Druckerei für Etiketten gegründet - das Unternehmen zog in den Emerten um, wurde in den 80er Jahren von Guhl& Scheiblerübernommen, ein Unternehmen, das 1996 in den schwedischen Stralfors-Konzern überging. Das Rintelner Werk firmiert seit 2000 als Stralfors GmbH. Stralfors in Rinteln hatte ursprünglich Ende der 90er Jahre noch rund 120 Mitarbeiter und das Monopol für die Herstellung von Fluggepäckanhängern, unter anderem für die Lufthansa. Auch um die Jahrtausendwende sollen die Geschäfte noch gut gelaufen sein unter Geschäftsführer Sven Nülle, unter anderem mit der Herstellung von Spezialetiketten für die Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie und vor allem durch den Vertrieb von kompletten Etikettiersystemen. Nülle hatte anlässlich einer Pressekonferenz im Jahr 2001 einen Stand von 90 Mitarbeitern genannt. Sven Nülle, der heute als Unternehmensberater tätig ist, wurde von Jonas Rosman abgelöst, Anfang dieses Jahres übernahm die Geschäftsführung in Rinteln dann Fritz Otto Kirchhoff.

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