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Besonderes Material: Marga Falkenhagen hat 5000 Jahre alte Baumstämme zu Kunstobjekten geformt

Aus Mooreichen wird "etwas für die Ewigkeit"

Helsinghausen (ede). Dieüber die Grenzen Schaumburgs hinaus bekannte Künstlerin Marga Falkenhagen hat erstmals in Helsinghausen ihre Mooreichen-Arbeiten gezeigt. Im Sitzungsraum der Freiwilligen Feuerwehr zeigte sie Werke, die sie in den vergangenen Jahren gefertigt hat. Sie löste damit zugleich ihr Versprechen ein, das sie dem "Entdecker" der alten Eichenstämme, Konrad Meier, vor rund zehn Jahren gegeben hat: Nämlich, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren werde, wo die rund 5000 Jahre alten Eichenstämme gefunden wurden. Und zwar mit den alten Stücken als Kunstobjekte. Meier war, wie viele Kunstliebhaber, die die eintägige Ausstellung besuchten, von den Ergebnissen begeistert. Das ist "etwas für die Ewigkeit", sagte er anerkennend.

veröffentlicht am 07.04.2007 um 00:00 Uhr

Zeigt Konrad Meier (M.) und Suthfelds Bürgermeister Horst Schlüt

Eine halbe Ewigkeit dauerte es auch, bis sie beachtet wurden. Und wäre Konrad Meier nicht zufällig bei Kanalisationsarbeiten in der Hauptstraße im Jahre 1996 auf sie aufmerksam geworden, sie hätten wohl ihre Zukunft weiterhin unbeachtet unter der Erde verbracht. Dabei sind Mooreichen ein Juwel, zumindest für Künstler wie Marga Falkenhagen. Sie seien zwar schwer zu bearbeiten und sie zu Kunstobjekten zu formen, das dauere ewig. Doch da Mooreichen heute kaum zu bekommen sind, stellten sie für die in Bad Nenndorf wohnende Künstlerin ein ganz besonderes Material dar. Bis zu fünf Jahre lang hat sie die alten Stücke bearbeitet, um aus ihr Objekte wie die "Große Liegende" zu schaffen. "Einfach toll", staunte Meier, als er die Ergebnisse im Sitzungsraum der Freiwilligen Feuerwehr erstmals zu Gesicht bekam. Entstanden sind Arbeiten, die nicht nur ausgesprochen selten, sondern vorerst auch unverkäuflich sind. Den Kunstliebhaber mag das nur bedingt grämen, kann er sich doch sicher sein, dass die von Falkenhagen geschaffenen Objekte zukünftig auf verschiedenen Ausstellungen zu sehen sein werden. So sollen sie unter anderem im Oktober und November in der Stadthäger Martinikirche zu sehen sein. Auch der Kunstverein Laatzen hat nach Aussagen Falkenhagens schon Interesse angemeldet. Es werde sehr viel über die Mooreichen diskutiert, sagt sie. Nicht zuletzt erkundigten sich die Leute immer wieder danach, wie solch instabiles Material überhaupt bearbeitet werde und wie Künstler sich über so einen langen Zeitraum mit nur einem Produkt beschäftigen könnten. Immer wieder müsste das Holz getrocknet und konserviert werden. Und was einmal entfernt worden ist, kann nicht mehr drangesetzt werden. Aber gerade deshalb sei es für sie eine Herausforderung gewesen, sagt sie. "Man ist grundsätzlich so lange motiviert, wie nicht klar ist, ob es etwas wird oder nicht", erklärt sie. Erst wenn sich das Ergebnis aus dem Material bereits herauslesen lasse, würde der Antrieb nachlassen, weil dann der kreative Prozess zumeist abgeschlossen sei. Für Marga Falkenhagen, die in Rostock geboren wurde und in der Zeit von 1969 bis 1999 im Schuldienst tätig war, davon fast 25 Jahre als Kunsterzieherin am Gymnasium Bad Nenndorf, war es nicht die erste Auseinandersetzung mit dem Material, eine eher seltene indes schon.



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