weather-image
29°
Vor Gericht: Sechs Jahre Haft für Betrüger

"Aus krimineller Familie ins Gefängnis"

Stadthagen/Bückeburg (ly). Seine Familie kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Bei einem 25-Jährigen hat die liebe Verwandtschaft dazu beigetragen, dass der Hannoveraner lange ins Gefängnis muss. Wegen eines gewerbsmäßigen Betruges in Stadthagen hat die 1. Große Strafkammer am Bückeburger Landgericht den Mann jetzt zu sechs Jahren Haft verurteilt, dabei allerdings eine vorausgegangene Gesamtstrafe von fünf Jahren einbezogen.

veröffentlicht am 04.06.2008 um 00:00 Uhr

"Die Delinquenz des Angeklagten ist durch dessen Einbindung in eine kriminelle Familie begründet'', erklärte die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus. Unter Delinquenz versteht man die Tendenz, straffällig zu werden. Durch verhängte und verbüßte Strafen in der Vergangenheit sei dies nicht nachhaltig beendet worden, so Brüninghaus unter Hinweis auf das Register des 25-Jährigen, das 19 Eintragungen umfasst. Nachdem der Hannoveraner mit 14 strafmündig geworden sei, habe er allein in diesem Jahr achtmal vor Gericht gestanden, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer anmerkte. Später folgten drei Jahre Jugendhaft und danach eine längere Pause, bevor verschiedene Gerichte den Angeklagten 2006 dreimal verurteilten. Zusammen ergabdies eine Gesamtstrafe von fünf Jahren, unter anderem wegen schweren Raubes. "Nach dem Tod meiner Mutter habe ich den Boden unter den Füßen verloren'', gab der Handwerker als Motiv an. Zeitweise war er mit seinem Vater auf der Flucht. Der Anwalt des Seniors "hatte noch nie einen Mandanten mit so vielen Vorstrafen". Ob der Vater auch in die Stadthäger Tat verstrickt ist, wurde im Prozess nicht geklärt. Im November 2006 hatte der Sohn für mehr als 13 000 Euro in der Kreisstadt einen Transporter gekauft und mit einem nicht gedeckten Scheck bezahlt. Das Konto war längst geschlossen worden. Später wurde das Auto für 8000 Euro veräußert, jedoch nicht von dem 25-Jährigen. Vielleicht findet der Hannoveraner durch die Haft auf einen gesetzestreuen Weg zurück. Zwischen 2001 und 2006 hat er jedenfalls ein Leben ohne Straftaten geführt. Zunächst jedoch, so Richterin Brüninghaus, brauche der Angeklagte "eine drastische Sanktion - bei allem Verständnis und Mitleid für sein persönliches Schicksal".

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare