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Es fehlt an geeignetem Personal

Aus für Solarboote auf der Weser

Hameln (CK). In diesem Sommer ist die Weser um eine Attraktion ärmer: Die beiden Solarboote fahren nicht mehr. „Wir konnten nicht mehr gewährleisten, dass wir die Saison gut durchführen können. Und blamieren wollten wir uns auch nicht“, gibt Wolfgang Meier, Geschäftsführer der Beschäftigungsgesellschaft Impuls, als Grund an. Impuls war Betreiber der Solarboote und hatte regelmäßig von Mai bis Oktober drei Mann im Einsatz.

veröffentlicht am 21.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.04.2010 um 13:40 Uhr

Fährt jetzt in Mecklenburg-Vorpommern: eines der beiden Hamelner

Im Jahre 2005 startete das Projekt mit zwei Booten der Berliner Solar WaterWorld AB, die der Impuls beziehungsweise der Firma Solfatec gehören. Bei gutem, sprich sonnigem Wetter konnten Wassersportfans am Kassenhäuschen an der Promenade in der Nähe der Sumpfblume eines der dort vertäuten Boote mit Katamaran-Rumpf mieten und auf der Weser entlangschippern. Ein Bootsführerschein war nicht erforderlich, die Handhabung nahezu kinderleicht, auch wenn wie im Straßenverkehr gewisse Regeln beachtet werden mussten. Doch damit ist nun Schluss.

Nach Meiers Worten hatte es Anfang dieses Jahres Diskussionen darüber gegeben, ob das Projekt, für das das Job-Center Arbeitslose als Hilfskräfte zur Verfügung gestellt hatte, überhaupt weitergeführt werden könne, zumal man in der Anfangsphase nur von einem Jahr ausgegangen sei. Doch das Job-Center hatte ohnehin abgewinkt – der Projektcharakter sei nicht mehr gegeben, hieß es.

Im März dann habe man sich schließlich darauf einigen können, die Boote auch in diesem Jahr wieder aufs Wasser zu schicken. Jetzt aber fehlte es nach Meiers Worten an Personal. „Die Zuweisungen von geeigneten Kräften seitens des Job-Centers an uns haben gefehlt. Was angeboten wurde, waren lediglich Mitarbeiter ohne jegliche Erfahrung“, bedauert Meier das Ende der Solarbootfahrten auf der Weser.

Gerhard Durchstecher, Leiter des Job-Centers, reagiert verwundert: „Wir haben zum 1. April einen Bewilligungsbescheid rausgeschickt. Impuls hätte sicher noch Zeit gehabt, die Leute vorzuqualifizieren.“ Mehr aber will er zu der Entscheidung von Impuls nicht sagen.

Ohnehin ist der wirtschaftliche Erfolg des Projekts nach Meiers Einschätzung nicht gegeben gewesen – „das ist tendenziell ein Verlustgeschäft“. Und das, obwohl die Kosten je nach Bootstyp zwischen 20 und 38 Euro pro Stunde lagen.

Allerdings: Aufgrund der teilweise recht „rasanten“ Fahrweise mancher Gäste – immerhin schafften die Boote trotz der Strömung der Weser auch flussaufwärts noch eine Geschwindigkeit von bis zu zehn Stundenkilometern – gab es immer wieder auch mal Reparaturen an den Schiffen, zumal auch manches Anlegermanöver nicht glückte oder Gäste auf Sandbänke und andere Untiefen liefen, auch wenn die Boote selbst von Anfängern relativ problemlos zu handeln waren.

Aus dem Verkehr gezogen worden sind die Hamelner Solarboote indes nicht: Sie fahren in diesem Sommer auf Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern. Von dort aus hat es nach Meiers Worten ein „gutes Angebot“ gegeben.

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