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Auch rund um Falkingsviertel geht die Städtebausanierung voran / Investoren kaufen Gebäude

Aus Fabriketagen werden charaktervolle Lofts

Bückeburg (rc). Planungen und Arbeiten im Sanierungsgebiet Hannoversche Straße und speziell im und rund um Falkingsviertel gehen mit Riesenschritten voran:

veröffentlicht am 03.03.2007 um 00:00 Uhr

Mario Vogl (v .l.) Gerd Hartmann und Jens Vogl haben das Gebäude

Die ersten beiden Häuser im Neubaugebiet sind bereits errichtet. Das Gebäude der ehemaligen Möbelfundgrube ist an Investoren verkauft, die dort Eigentumswohnungen mit Loft-Charakter planen. Die Stadt hat Gebäude und Flächen der ehemaligen Holzhandlung gekauft, um dort Platz für Freiflächen zur Verfügung zu stellen. Der Getränkemarkt an der Ahnser Straße soll bereits im März eröffnet werden. Der Bau der Lärmschutzwand im gleichen Bereich soll umgehend beginnen. Die Gestaltung des Grün angers und die Bestellung von 46 Bäumen ist vom Verwaltungsausschuss abgesegnet worden, so dass umgehend mit der Ausgestaltung begonnen werden kann. Die Änderung des Flächennutzungsplans ist abgeschlossen, so dass jetzt auch der Bebauungsplan genehmigt werden kann - wohlgemerkt: Die ersten Häuser stehen bereits. Und zuguterletzt ist zwischen Stadt und der Gemac der städtebauliche Vertrag unterzeichnet worden, der den Bestand des Produzenten von Regal- und Raumsystemen am Standort sichert. Baufachbereichsleiter Karlheinz Soppe ist entsprechend zufrieden: "Derzeit geht alles sehr schnell und dynamisch voran." Eine Million Euro Städtebauförderungsmittel stehen in diesem Jahr für die weitere Sanierung parat. Jens, Mario und Bernd Vogl sowie Architekt Gerd Hartmann bilden das Quartett, das das als erhaltenswert eingestufte Gebäude der früheren Matratzenfabrik "Warema" gekauft hat. 1,5 Millionen Euro werden insgesamt in die Umgestaltung des Klinkergebäudes in Eigentumswohnungen mit Loft-Charakter sowie einem Penthaus gesteckt. Im linken Gebäudeteil entstehen drei Eigentumswohnungen mit je 160 Quadratmetern. Der rechte Gebäudeteil wird aufgestockt, so dass ebenfalls drei Eigentumswohnungen entstehen. Auf das oberste Geschoss wird ein Penthaus gesetzt. Im mittleren Gebäudeteil, eine Art Turm, wird das Treppenhaus samt eines Aufzugs gebaut. Der Charakter des 1958 errichteten Gebäudes - "es hat eine sehr gute Substanz" - soll auf jeden Fall erhalten bleiben. "Natürlich werden wir modernste energetische Anforderungen erfüllen, etwa durch den Einbau einer Gastherme samt kontrollierter Be- und Entlüftung oder aber den Austausch der Einfachverglasung durch Dreifachverglasung", sagten die Investoren während eines Ortstermins. Nach Süden werden alle Wohnungen Balkone haben, rund um das Gebäude stehen genügend Flächen für den Bau von Carports und Stellplätzen zur Verfügung. Da derzeit die Entkernung des Gebäudes läuft, haben potenzielle Käufer noch die Chance, Einfluss auf die Grundrisse zu nehmen. Im Frühjahr 2008 soll der erste Eigentümer einziehen. Infos unter der Telefonnummer (0 57 52) 96 10. Seitens der Stadt ist die unmittelbar an die Fabrik angrenzende Betriebsfläche der Holzhandlung gekauft worden. Die Gebäude sollen abgerissen werden, die Freifläche einerseits dem Kindergarten "Arche Noah" zugute kommen, der so seine Außenanlagen deutlich erweitern kann. Andererseits wird die freie Fläche dazu genutzt, den Gehweg, der von der Hannoverschen Straße in Falkingsviertel führt, entsprechend zu gestalten. "Es geht darum, eine Torsituation zu schaffen", wie es Soppe umriss. Entwürfe für den Gehweg, sowie Quartiersplatz und nachfolgendem Anger werden derzeit in den Ratsfraktionen beraten. Zusammen mit dem Getränkemarkt soll die Lärmschutzwand entlang der Ahnser Straße dafür sorgen, dass es zu keinen Interessenskonflikten zwischen der Gemac und den Neu-Falkianern kommt - quasi ein Puffer zwischen Gewerbe und Wohnen gebildet wird. Die Arbeiten am Getränkemarkt sind soweit fortgeschritten, dass im März eröffnet wird. Mit dem Bau der Lärmschutzwand soll umgehend begonnen werden. Bedenken der Gemac um ihren Bestand hatten auch zu Verzögerungen bei der Genehmigung des Flächennutzungs- und damit des Bebauungsplans geführt. Da diese Bedenken inzwischen entkräftet sind und Vereinbarungen in einem städtebaulichen Vertrag festgezurrt wurden, sei nun auch der Flächennutzungsplan genehmigt worden, so Soppe. Der Bebauungsplan stehe nun ebenfalls kurz vor der Genehmigung. Hier müssten nur noch kleinere Änderungen wie veränderte Raumkanten oder Traufhöhen eingearbeitet werden.

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