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Pflegeschüler erproben „Biografiespiele“ mit Heimbewohnern

Aus dem Leben

Hameln. „Jeder Mensch hat sein eigenes unverwechselbares Leben. Dadurch ist jeder Mensch auch anders. Wenn wir ihn verstehen wollen, dann müssen wir wissen, wie er bisher gelebt hat, was für ihn persönlich wichtig war“, sagt Florian Flügge, Lehrer am Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland. „Allerdings ist es oft sehr mühsam und für alle Beteiligten hin und wieder zäh, dieses in einem Gespräch lediglich abzufragen. Viele ältere Menschen fühlen sich zudem wie verhört und machen dann häufig einfach zu und verweigerten sich“, erklärt er weiter.

veröffentlicht am 03.09.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:09 Uhr

Gemeinsam mit Schülern des Bildungszentrums hat Flügge einen Weg gesucht, wie man möglichst beiläufig und unverkrampft an Erinnerungen kommen kann, um Seniorinnen und Senioren anschließend besser betreuen zu können.

Die Klasse 36b hatte dann die wesentliche Idee: „Wir entwickeln Spiele, bei denen die Erinnerungen nebenbei von den Mitspielern erzählt werden.“ Gesagt, getan: in mehreren Unterrichtsstunden wurden verschiedene „Biografiespiele“ konzipiert und erprobt. Eines der Spiele funktioniert z. B. ähnlich wie das bekannte „Memory“. Bei der abgewandelten Variante müssen allerdings nicht die gleichen Symbole gefunden werden, sondern ähnliche. Dadurch sind die Senioren nicht unterfordert und es entstehen bei den Spielern Assoziationsketten, welche die Erinnerung fördern. Die erste Karte zeigt einen Apfel, die zweite einen Apfelkuchen. Dieses kann an frühere Situationen beim Backen erinnern und entsprechende Erlebnisse können vertieft werden.

Fünf unterschiedliche Biografiespiele wurden jetzt in verschiedenen Pflegeeinrichtungen der Region ausprobiert. Die Senioren hatten Spaß an den von den Schülern entwickelten Spielen. Zudem konnten sie ungezwungener aus ihrem Leben erzählen. Fast alle Einrichtungen baten die Schüler, die Spiele künftig bei der Betreuung der Senioren nutzen zu dürfen. „Ich bin total begeistert von dem Erfolg unseres Projektes“, so Florian Flügge nach den positiven Ergebnissen. „Schule kann auch Praktisches bewirken, einfach toll.“ Die Biografiespiele wurden gestestet im Senioren-Domizil Schloss Hasperde, Diakonie Lebensbaum Hessisch Oldendorf, Tönebön am See, DRK-Tagespflege Hessisch Oldendorf und im Sana- Seniorenheim zur Höhe.

Schüler und Bewohner haben mit den Spielen Lebensgeschichten spielend erfahren.pr



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