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Musiktage präsentieren die Kammerakademie Potsdam

Aus dem Fagott ertönen faszinierende Tongirlanden

Bückeburg. Man muss etwas aufbrechen, um aufbrechen zu können. Dieses Wortspiel passte zu der Arbeit der von der "Kammerakademie Potsdam" im Rathaussaal vorgeführten Komponisten und deckte sich mit dem "Aufbruch"-Motto der Niedersächsischen Musiktage. Veranstalter dieses bezaubernden Abends war die Niedersächsische Sparkassenstiftung in Partnerschaft mit der Sparkasse Schaumburg. Als Mitveranstalter fungierte der Kulturverein Bückeburg.

veröffentlicht am 04.10.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Das jugendfrische Orchester widmete sich voller Elan und Freude erst einmal Haydns Sinfonie Nr. 49, "La Passione". Man spürte sehr schnell, dass das Stück bei den Instrumentalisten in guten Händen lag, denn sie entfalteten eine Menge Wohlklang, und auch an Temperament fehlte es nicht. Auf diese Weise wurde das Werk seinem Beinamen entsprechend "leidenschaftlich" vorgetragen. Carl Philipp Emanuel Bachs fantasievoller Farbsinn bestimmte den Tonfall vom sich anreihenden Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo d-Moll, Wq 22. Nur waren nicht, wie erwartet, Flöten zu hören, sondern der famose Fagottist Sergio Azzolini, dem obendrein die Leitung des Ensembles oblag. Es handelte sich nämlich um eine Bearbeitung für Fagott. Der technischüberaus versierte Solist legte allerdings ein nachhaltiges Plädoyer für das hier verschlungene und feingliedrige, dort voller Energie steckende Strukturengewebe des großen Bach-Sohnes vor. Seine in behänden Tempi entwickelten und atemtechnisch exzellent ausbalancierten Vorträge bescherten demSolisten Bravorufe. Für das Glitzern und Funkeln der Begleitung zeichnete wiederum das gestaltungsfreudige Team mit erfrischend pointierter Tongestik verantwortlich. Tief aus dem Fundus der kompositorischen Fantasien schöpfte die Gemeinschaft nach der Pause, als es darum ging, Jan Kritel Jiri Nerudas (1708-1780) Konzert für Fagott und Streicher in C-Dur nahezubringen. Der böhmische Violinist und spätere Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle hat den galanten Stil bevorzugt, und diesem huldigten die Potsdamer empfindsam und in schön ausgesungenen Melodienbögen. Sergio Azzolini beglückte dabei abermals durch virtuoses, motorisch pulsierendes Fagottspiel. Auch die abschließende Haydn-Sinfonie Nr. 59, A-Dur - genannt "Feuer-Sinfonie" - durchleuchteten die Interpreten samt Bläsernachschub mit fabelhafterSpielkultur. Die Gäste musizierten so leicht, gelöst und doch mit der nötigen rhythmischen Angriffslust, dass der Beifall geradezu demonstrative Formen annahm und durch den letzten Haydn-Satz belohnt wurde.



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