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Eine Kinderfreizeit für kleines Geld

„Augen auf !“ – Projekt startet mit kleinen Indianern

Haddessen (ah). Vor einem Jahr haben neun engagierte Jugendliche der evangeli-schen Kirchengemeinde, sogenannte Teamer, gemeinsam mit Vikar Benjamin Simon-Hinkelmann ihre Initiative „Augen auf!“ vorgestellt. In Form von sieben Projekten planten sie, sich aktiv gegen Kinderarmut in Hessisch Oldendorf einzusetzen. Das erste Projekt, das in die Tat umgesetzt wurde, ist eine Freizeit für Mädchen und Jungen im Grundschulalter, die heute endet.

veröffentlicht am 23.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 07:21 Uhr

Die kleinen Indianer haben ihr Lager bezogen. Fotos: ah
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„Niemanden ausgrenzen“

Dabei ging es nicht darum, ein Ferienprogramm speziell für bedürftige Kinder anzubieten. „Das würde auch nicht funktionieren, denn wer gesteht schon öffentlich, dass er oder sie aus einer armen Familie kommt“, erklärt die 18-jährige Sandra Becker. „Wichtig war uns bei unserer Planung, niemanden auszugrenzen“, fügt die zwei Jahre jüngere Leonie Hensel hinzu. „So haben wir einfach die Einladungen zu unserer Indianerfreizeit an alle Grundschulkinder verteilt“, ergänzt der dritte im Bunde der Teamer, der 18-jährige Moritz Gaida. Das Besondere an der Freizeit: die Kosten. Mit 20 Euro wurden sie bewusst niedrig gehalten, damit auch für Kinder von Familien, die sich keinen Urlaub leisten konnten, die Teilnahme infrage kam.

Unterstützung auch von Dorfbewohnern

Sandra Becker, Leonie Hensel und Moritz Gaida, allesamt Inhaber der Jugendleiterkarte, erhielten die Erlaubnis, auf dem Gelände der Scheune in Haddessen ihre Zelte aufzuschlagen. Für das Zubereiten warmer Mahlzeiten fanden sie schnell Helfer. Auch Einwohner und Vereine des Sünteldorfes erklärten sich ebenso wie Stadtjugendpfleger Tarik Oenelcin sofort bereit, das Projekt zu unterstützen. Sollten bei der Endabrechnung Kosten ungedeckt sein, werden diese vom Konto der Initiative „Augen auf!“ beglichen, auf dem mittlerweile mehr als 4000 Euro an Spenden eingegangen sind.

Am Montag fiel der Startschuss für die Indianerfreizeit: Die Jugendlichen bauten mit sieben Jungen und fünf Mädchen zwischen fünf und zehn Jahren in Haddessen ihr Zeltlager auf und wandeln seither auf den Pfaden von Winnetou und Old Shatterhand. Alle erhielten neue Namen, bastelten dann gemeinsam einen Marterpfahl, Kopf-, Arm- und Halsschmuck und ließen sich nach Indianerart schminken. Ob „Kleine Spinne“, „Flinke Katze“ oder „Schneller Puma“ – alle tobten später durch das Sünteldorf auf der Suche nach einem verborgenen Schatz. „Schneller Fuchs“ spähte schließlich die gut versteckte Kiste voller leckerer Goldtaler aus.

„Häuptling“ Moritz kehrt mit seinem Gefolge zufriede
  • „Häuptling“ Moritz kehrt mit seinem Gefolge zufrieden von der erfolgreichen Schatzsuche heim.

Eine von Häuptling Horst Duschek angeführte, abenteuerliche Wanderung durch das Falltal oberhalb des Sünteldorfes mit anschließendem Lagerfeuer, ein erfrischender Sprung ins Süntelbad, Indianermusik – das alles stand auf dem Programm der Kinderfreizeit. „Großer Wolf“ schwärmt besonders vom „Spielen wie echte Indianer“, während „Großer Adler“ das Zelten ganz prima fand.

Ranzen und Federmappe bei „Einschulungshilfe“

Jugendliche der Initiative „Augen auf!“ sind auch in den nächsten Wochen aktiv: Am heutigen und am kommenden Freitag, 31. Juli, sind sie von 9.30 bis 11.30 Uhr im Eine-Welt-Laden am Hessisch Oldendorfer Kirchplatz 1 anzutreffen. Dort verteilen sie im Zuge des Projektes „Einschulungshilfe“ gespendete Materialien wie Schulranzen und Schultüten, Federmappen oder Turnbeutel unbürokratisch und kostenlos an bedürftige Familien.

Im August startet auch die „Kindertafel“

Bei der Einschulungsfeier an der Grundschule am Rosenbusch werden die Teamer am Sonnabend, 8. August, ihr Projekt „Obstteller“ vorstellen, das im neuen Schuljahr dank der großzügigen Unterstützung durch den Edeka Neukauf-Markt laufen kann. Außerdem wird am Dienstag, 11. August, das Projekt „Kindertafel“ im Gemeindehaus am Kirchplatz starten. Jeden Dienstag um 13.45 Uhr – unmittelbar vor Beginn der Hausaufgabenhilfe der Kirchengemeinde – sind Mädchen und Jungen eingeladen, auf die zu Hause kein Mittagessen wartet – kostenfrei.



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