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DGB-Chef Sommer sucht bei AdU-Herbstempfang Dialog mit Unternehmern

Aufschwung hat die Region erreicht

Weserbergland (HW). Ein nicht alltägliches Aufeinandertreffen erlebten gestern gut 450 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Institutionen, die der Einladung des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im mittleren Weserbergland (AdU) zum Herbstempfang ins Hamelner Weserberlandzentrum gefolgt waren. Gastredner des Abends zumThema "Europa" war mit Michael Sommer ausgerechnet Deutschlands oberster Gewerkschaftsboss.

veröffentlicht am 09.11.2006 um 00:00 Uhr

Gut 450 Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Institutionen

"Ich bin Ihr Kontrastprogramm", sagte der DGB-Bundesvorsitzende und betonte, gern in die "Provinz", nämlich nach Hameln, gekommen zu sein: "Diese Stadt kenne ich durch das BHW besonders gut." AdU-Vorsitzender Ulrich Meyer hatte zuvor erklärt, dass sich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften als Sozialpartner verstünden, die ein gleiches Ziel verfolgten, "nämlich im Rahmen von Wirtschaftsvorgängen dieses Land im Sinne der Menschen positiv zu gestalten", wie der Unternehmer formulierte. Meyer sprach von einem "respektablen Aufschwung" und einem "soliden Wirtschaftswachstum, das glücklicherweise auch endlich unseren regionalen Arbeitsmarkt erreicht hat." Dennoch bemängelte Meyer, dass die bundesdeutschen Reformschritte zu klein seien. "Reförmchen dienen der Wiederwahl, nicht aber dem Volk", sagte der AdU-Vorsitzende und sprach sich für solide Rahmenbedingungen aus, "die sich an den Standortbedingungen unserer Konkurrenten im europäischen und außereuropäischen Ausland orientieren." Sommer verwies darauf, dass die meisten Tarifverträge in Vernunft und Konsens ausgehandelt wurden. Lediglich ein, höchstens zwei Prozent seien streitig ausgetragen worden. "Mir kommt es darauf an, mit den Arbeitgeberverbänden den Dialog zu führen. Deshalb bin ich auch nach Hameln gekommen", sagte der Gewerkschaftsführer und forderte, Leistungsbegriffe auch auf diejenigen auszuweiten, die leisten. Und das seinen nicht nur die Manager, sondern auch Krankenschwestern, Arbeiter oder Busfahrer. Bezüglich der Globalisierung empfahl Sommer Unternehmern und Politikern, die Menschen mitzunehmen. "Auf dem Weg zur Europäisierung werden viele Sonntagsreden gehalten, die unverstanden bleiben. Gelingt Europa nicht, könnte unsere Demokratie Schaden neh men", mahnte der DGB-Chef.

Verstanden sich auf Anhieb. DGB-Chef Sommer (l.) im Gespräch mit
  • Verstanden sich auf Anhieb. DGB-Chef Sommer (l.) im Gespräch mit AdU-Vorsitzendem Meyer (M.) und Geschäftsführer Mefus. Fotos: Dana

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