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"Playburger" im Schulzentrum: 200 Premiergäste erleben vergnüglichen Theaterabend

"Aufrichtig, kraftvoll und voller Energie"

Helpsen (sk). "Frauenpower" heißt die Komödie von Bernd Gombold, die die Schaumburger Laienspielgruppe "Playburger" am Sonnabend in der Aula des Schulzentrums Helpsen erstmals auf die Bühne gebracht hat. Vor ausverkauftem Haus gingen am Premierenabend nicht nur die Frauen in Front. Die Männer der Truppe konterten weibliches Überlegenheitsgehabe mit markanter Muskelschau.

veröffentlicht am 31.03.2008 um 00:00 Uhr

Nach einem "Lauschangriff" an der Tür sind die Wahlkämpferinnen

Seit "Charlys Tante" und "Manche mögen's heiß" sind Männer in Frauenkleidern ein "Bringer" auf Bühne und Mattscheibe. So hatten Christian Schröder und Meinhard Grigat in bunten langen, später in superkurzer weiblicher Aufmachung kein Problem, das Publikum schwadronierend auf Story und Abendverlauf einzustimmen. Im Stück soll ein Gemeindeinspektor in Frauenkleidern dem Bürgermeister und dessen Kumpanen im Wahlkampf dienlich sein und den Einzug der Ehefrauen in den Gemeinderat verhindern. Aber der kleine, vom Bürgermeister gedeckelte Beamte kocht sein eigenes Süppchen. Am Ende finden sich weder die aufmüpfigen Ehefrauen noch deren jeweilige Ehehälften, der Metzgermeister, der Feinkosthändler und der Brauereibesitzer im Rat wieder - dafür eine Bedienung aus dem "Rosaroten Panther", einem von den Frauen verpönten, von den Männern gern angesteuerten Nachtclub im Dorf. Bis zumüberraschenden Ausgang des Stücks - dieser nahte nach drei unterhaltsamen Stunden inklusive zwei Pausen - zogen die Laienspieler verlässliche und erprobte komödiantische Register, von der Überzeichnung der Charaktere über die Verkleidungsklamotte bis zum "running gag": Der Wirt im Dorfkrug, in dessen Gaststube die ersten Akte spielen, ist schwerhörig, ("Das hat gesessen" - "Ach, Ihr wollt was zu essen") und geizig, was die Zuschauer alle paar Minuten mit Gelächter quittierten. Mit Elan und Spielfreude agierten die Laienspieler. Die Kostüme waren hervorragend gewählt, Stimmen und Gesten kamen gut über die Bühne. Bestens setzte sich Hans-Jürgen Czaia als eitler Bürgermeister in Szene. Wortgewaltig und schlagfertig schimpften und deklamierten sich Steffi Hille-Geweke als Spitzenkandidatin der Frauenliste und Anke Sonntag als resolute Feinkosthändlergattin durch die Handlung. Diese drängte vor der Pause zu nackten Tatsachen. Bardame Marylin - überzeugend und ansehnlich verkörpert von Carola Czaia - suchte die Ehemänner und Wahlkämpfer in der Kneipe auf und kritisiert deren biedere Darstellung auf einem Wahlkampfplakat. Marylin wollte selber ein Foto schießen. "Aufrichtig, kraftvoll und voller Energie" sollten die Männer darauf erscheinen, darum den Oberkörper entblößen und die Muskeln spielen lassen. Dem Wunsch Marylins kamen die Wahlkämpfer zur großen Gaudi des Publikum nach.



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