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Cammer blickt nach wie vor kritisch auf den Neubau des Container-Hafens

"Aufpassen, sonst hauen die unsübers Ohr"

Cammer (bus). Die Entwicklungen um den unmittelbar an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zwischen Schaumburger Wald und Bundesstraße 482 geplanten Container-Hafen werden von den Cammeruner Ortspolitikern nach wie vor sehr kritisch beobachtet. "Das ist arrogant von Minden und Detmold", reagierte Ortsbürgermeister Friedrich Rösener auf Presseberichte, nach denen niedersächsische Kommunen an den Planungsvorbereitungen nicht hinreichend beteiligt seien.

veröffentlicht am 23.11.2006 um 00:00 Uhr

Die Darstellung zeigt die Untersuchungsgebiete (schwarz markiert

"Wenn wir nicht aufpassen, hauen die uns weiterübers Ohr", mahnte Rösener erhöhte Wachsamkeit an. Er glaube nicht, dass Niedersachsen "vergessen" worden sei. Die Vorgehensweise verdeutliche, dass "jetzt alles schnell, schnell" vonstatten gehen solle. "Oder da sitzen Leute, die keine Ahnung haben." Den Cammeruner Lokalpolitikern liegen insbesondere Belange des Naturschutzes und der Verkehrsführung am Herzen. Rösener plädierte für eine komplette Befreiung der Ortschaft vom Schwerlastverkehr wie er in der jüngsten Sitzung des Ortsrates sagte. "Wir sollten noch einmal darauf drängen, dass die Lastkraftwagen zur B 482 zwangsgeführt werden." Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach signalisierte Rückendeckung. "Wir werden unsere Interessen in Minden und Detmold mit gehöriger Macht und Wucht zur Kenntnis bringen", kündigte Brombach an. Auch der Landkreis sei im Boot. Brombach rief unterdessen das grundsätzliche Interesse seitens der Stadt an einer Kooperation zwischen Minden und Bückeburg in Erinnerung. Durch das gegenwärtig zur Debatte stehende so genannte Scoping-Verfahren seien "noch keine Fristen weggelaufen". Das "Scoping-Verfahren" (von englisch "scope" = eigentlich "Bereich" aber auch "Entfaltungsmöglichkeit") dient gemäß § 15 Absatz 3 des NRW-Landesplanungsgesetzes der Abstimmung des Untersuchungsumfanges der Umweltprüfung und des Detaillierungsgrades des Umweltberichtes. Zugleich machte der Bürgermeister im Ortsrat deutlich, dass auf dem neuen Hafenareal keineswegs, wie häufig vermutet, ein regelrechtes Hafenbecken entstehen soll. Die aktuellen Planungen sähen lediglich Anlegemöglichkeiten direkt am Mittellandkanal vor.

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