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Fortbildung: Telefonseelsorge befasst sich mit dem Thema "Persönlichkeitsstörungen"

Aufmerksam zuhören, versuchen zu verstehen

Bückeburg/Minden. Mit gleich bleibend etwa zehn Prozent in die Anrufergruppe von Menschen mit psychischen Störungen, die sich bei der Telefonseelsorge Ostwestfalen melden, die zweitgrößte Gruppe. Grund genug für die Institution, zu Themen aus diesem Bereich immer wieder Fortbildungen für ihre Mitarbeiter anzubieten.

veröffentlicht am 30.09.2008 um 00:00 Uhr

Dieses Mal referierte der Psychiater Jan Brüning, gen. Bringmann, aus der Klinik für Psychiatrie Lübbecke zu dem Thema Persönlichkeitsstörungen. "Ich freue mich, nach der Veranstaltung zum Thema Depression im letzten Jahr jetzt zu einem neuen Thema noch einmal für die Telefon-Seelsorge Ostwestfalen einen Abend zu gestalten", begann der seinen Vortrag. Der Raum im Gemeindehaus der Altstadtgemeinde in Bad Oeynhausen war auch bis auf den letzten Stuhl gefüllt, was verdeutlicht, dass es den Mitarbeitenden der Telefonseelsorge Ostwestfalen wichtig ist, sich zu diesem Thema aus dem Bereich der psychischen Erkrankungen immer wieder neu zu informieren. Dabei könne es nicht darum gehen, dass die ehrenamtlich Tätigen zu Experten in diesem Thema würden, dafür gebe es die Fachleute in Kliniken und Praxen, stellte der Referent klar. Aber sich mit dem Thema vertraut zu machen, eventuelle Ängste abzubauen und zu wissen, was man möglichst in einem Telefonkontakt vermeidet, seien schon wichtige Bausteine für die Menschen in der Telefonseelsorge. Dazu konnte Bringmann viele Anregungen geben, vor allem konnte er die einzelnen Typen von Persönlichkeitsstörungen sehr anschaulich darstellen. Ein Resümee für die Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger ist sicher, dass das Konzept, das der Arbeit zugrunde liegt, auch für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen greift: Interesse am Anrufenden haben, aufmerksam zuhören, versuchen zu verstehen. So kann vielleicht das Vertrauen eines Menschen gewonnen werden und ein Kontakt am Telefon gelingen, der dem Anrufenden gut tut und vielleicht auch im Blick auf die Störung hilfreich ist. Eine Teilnehmerin der Veranstaltung fasste die Eindrücke des Abends so zusammen: "Ich bin schon erstaunt zu hören, dass zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung der BRD von Persönlichkeitsstörungen betroffen sind. Und ich habe verstanden, dass der Umgang mit und die Behandlung von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen nicht einfach ist. Aber ich habe auch verstanden, wie wichtig es ist, diesen Menschen mit Respekt zu begegnen, denn ihre Verhaltensweisen sind oft Überlebensstrategien."

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