weather-image
Baubetriebshof stellt erstmals einen Wirtschaftsplan vor / Stadtdirektor stellt sich vor Mitarbeiter

"Aufgaben werden mit großem Elan angepackt"

Obernkirchen (rnk). Mal angenommen, sie gehe durch den La-Flèche-Park und bemerke, dass er gereinigt werden müsse, stellte Mitte-Sprecherin Beate Krantz ein nicht ganz unrealistisches Szenario bei der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Organisation und Personal in den Raum. Rufe sie dann den Baubetriebshof an, komme dieser nicht, ehe nicht der zuständige Fachbereichsleiter einen zweiten Auftrag für die Reinigungsarbeiten eingeholt habe? Und wenn dieser Auftrag günstiger ausfalle, werde er dann an eine externe Firma vergeben? Habe sie das so richtig verstanden? Sie hatte, wie Stadtdirektor Wilhelm Mevert erklärte. Schließlich solle der Baubetriebshof ja auch extern arbeiten, wenn er günstiger und besser sei als andere Bauhöfe.

veröffentlicht am 20.09.2006 um 00:00 Uhr

Noch kostenlos: Mit dem Baubetriebshof wird das Beachvolleyball-

Zum 1. Januar 2006 hatte die Stadt den Baubetriebshof zum "optimierten Regiebetrieb" mit kaufmännischer Buchführung erklärt, der weiterhin unselbstständiger Bestandteil der Stadt Obernkirchen ist, aber nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und mit mehr Transparenz effektiver und effizienter zu arbeiten habe. Jetzt legte die Verwaltung erstmals einen Wirtschaftsplan vor. Mevert nutzte die Gelegenheit, um sich demonstrativ vor den Bauhof zustellen und wies die Kritik von Thomas Stübke (Grüne) zurück, der moniert hatte, der dortige hohe Krankenstand lasse vermuten, dass das Klima dort nicht zum besten stünde. "Dem ist nicht so", sagte Mevert, dort würden die Aufgaben mit großem Elan angepackt und daher bitte er den Ausschuss, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Kämmerer Wolfgang Seele mochte zwar den Krankenstand nicht leugnen, allerdings würde es sich hier um wirkliche Krankheiten handeln, erklärte der Kämmerer, das seien keine Krankheiten, die wegen des schlechten Betriebsklima vorgetäuscht seien. In dem Wirtschaftsplan werden die Aufwendungen den Erträgen gegenübergestellt, die am Jahresende in eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnungen münden soll. Für 2006 rechnet die Verwaltung mit einer schwarzen Null. Das Problem: Es fehlen die Erfahrungswerte, die wirtschaftliche Eigenständigkeit wird quasi erst geübt. Der Plan setzt pro Stunde einen Betrag von 36,75 Euro für die Arbeit eines Mitarbeiters an. Weiterhin sind von den Mitarbeitern des Baubetriebshofes die Kosten für die eingesetzten Fahrzeuge, Maschinen und Geräte ermittelt worden. Aus den Erfahrungswerten wurden mögliche Einsatzstunden pro Jahr ermittelt, daraus wurde dann der jeweilige Stundensatzfür das betreffende Fahrzeug berechnet. 764 000 Euro sieht der Plan auf der Habenseite an Umsatzerlösen aus den Dienstleistungen stehen, dazu kommen Erlöse durch den Geräteeinsatz von 161 000 Euro. Die dicksten Brocken auf der Ausgabenseite sind die Unterhaltung des Fuhrparke mit 85 000 Euro, der Personalaufwand mit 659 000 Euro (zu den Mitarbeitern gehören auch die Friedhofsmitarbeiter) und betriebliche Abschreibungen mit 47 000 Euro. Der Planansatz basiert auf 25 525 Gesamtstunden des Stammpersonals, abzüglich 4724 Stunden, die für Urlaub, Fortbildung, Krankheit und Geräte- sowie Fahrzeugpflege anfallen. Seele und Mevert ließen im Laufe der Sitzung keinen Zweifel daran, dass sich der Baubetriebshof auf dem richtigen Wege befinde. Seele erklärte, der Baubetriebshof werde durchaus auch außerhalb der Stadt eingesetzt: "Die Straßenteermaschine etwa soll drei Tage im Stadtgebiet und zwei Tage außerhalb eingesetzt werden." Im Dezember sollen die Sätze im Wirtschaftsplan überprüft werden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare